"Tegel schließen": Bündnis rief zur Kundgebung gegen den Flughafen auf

Diese Anwohnerinnen haben eine klare Meinung zum Umgang mit dem TXL. (Foto: Georg Wolf)
Berlin: Einkaufszentrum "Der Clou" | Tegel.

Mehrere hundert Bürger kamen zum Einkaufszentrum "Der Clou" am Kurt-Schumacher-Platz. Sie kamen aber nicht zum Einkaufen, sondern um gegen den Flughafen Tegel zu demonstrieren.



Auf den selbstgebastelten Schildern waren Statements wie „Tegel es reicht“ oder „Endlich Ruhe im Klassenzimmer“ zu lesen. Teils prominente Unterstützer wie Ex-Senator Harald Wolf (Die Linke) griffen zum Mikrophon und versuchten die Anwesenden von der Notwendigkeit einer Tegel-Schließung zu überzeugen. Dies gestaltete sich jedoch nicht ganz einfach, da im Minutentakt Flugzeuge zur Landung ansetzten.

Rund drei Wochen vor dem Volksentscheid hatte die Initiative „Tegel schließen“ zu dieser Kundgebung aufgerufen. Sah es vor wenigen Monaten noch nach einem klaren Sieg der Tegel-Befürworter aus (Umfrage im Auftrag der Abendschau), scheint es auf den letzten Metern nochmals richtig spannend zu werden. Der Reinickendorfer Bundestagskandidat Hakan Tas (Die Linke) werde "bis zum letzten Tag" für eine Schließung des Flughafens kämpfen, soll doch später auf dem Gelände dringend benötigter Wohnraum entstehen. Des Weiteren sei die Lärmbelästigung für über 300 000 Berliner im Norden unzumutbar. Schlafstörungen und andere Probleme seien die Folge. Tas erinnerte auch nochmals an einen gemeinsamen Beschluss aller Fraktionen im Abgeordnetenhaus, der besagt, dass Tegel ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme des BER zu schließen sei.

Befragungen von Anwohnern im nahen Einkaufszentrum zeigen hingegen ein etwas anderes Bild: Nicht jeder Anwohner fühlt sich durch den Flughafen belästigt. „Der Flughafen gehört zu Berlin“ oder „Ein Berlin ohne ihn kann ich mir nicht vorstellen“ waren die häufigsten Aussagen. Oft bekommt man auch das Gefühl, dass diese Abstimmung einer Abstimmung über Berlin in Gänze gleichkommt. Fakt ist aber auch: Bis zum Volksentscheid am 24. September werden Befürworter und Gegner um jede Stimme kämpfen. Denn entschieden ist noch nichts. gw
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