Attacke auf Weideschafe: Naturschutzbund NABU sucht Zeugen vom Flughafensee

Tegel. Im Vogelschutzreservat Flughafensee hat sich wohl ein Drama abgespielt. Vier tote Schafe fanden Mitarbeiter des Naturschutzbundes (NABU) dort am 15. Juli – im Wasser treibend. Offenbar wurden die Tiere von Hunden angegriffen.

„Einen Tag zuvor ging es allen Schafen noch gut“, sagt Schäfer Björn Hagge, dem die Herde aus Heidschnucken und Guteschafen gehört. Er ist ganz sicher, dass seine Tiere von einem oder sogar mehreren Hunden gehetzt und attackiert wurden. „Die Verletzungen an Hals und Flanken sind typische Hundebisse. Vermutlich sind die Schafe dann in Panik ins Wasser gelaufen und haben dort einen Kreislaufschock erlitten.“ Die vier toten Tiere hatte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des NABU im See treibend gefunden.

Björn Hagge hat in dieser Weidesaison schon sieben Schafe verloren, zwei schwer verletzte Tiere musste er von einem Veterinärmediziner behandeln lassen. Er macht rücksichtslose Hundebesitzer verantwortlich. „Die meisten Leute nehmen ihre Hunde an die Leine, wenn Weidetiere in der Nähe sind. Einige lassen die Tiere jedoch frei laufen und haben sie nicht im Griff, wenn die ihrem Jagdinstinkt folgen.“

Zäune vom Reservat sind häufig beschädigt

Frank Sieste von der AG Vogelschutzreservat des NABU hält im Fall Flughafensee sogar für möglich, dass jemand mutwillig gehandelt hat: „Wir haben schon häufig Zäune flicken müssen, aber es hat noch nie jemand mit einem Bolzenschneider das Tor geöffnet und damit in Kauf genommen, dass die gesamte Herde entläuft.“ Der NABU sucht nun nach Zeugen des Geschehens, Hinweise gehen an: frank.sieste@web.de. Wer etwas beobachtet hat, sollte zudem die Polizei informieren.

„Wenn es sich hier wirklich um Vorsatz, Duldung oder auch nur Inkompetenz der Hundehalter handelt, ist dies nicht nur verwerflich, es muss auch bestraft werden“, sagt der Reinickendorfer Ordnungsstadtrat Martin Lambert (CDU). „Das Vogelschutzreservat muss für freilaufende Hunde tabu bleiben.“

Auf die Weidetiere der Schäfer sei der Bezirk angewiesen, so Lambert. „Die Schafe pflegen nicht nur die Landschaft, sie sorgen auch für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt.“ bm
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