Bruchlandung für Sanierung vom Platz der Luftbrücke

Der berühmte Platz mit dem von den Berlinern "Hungerharke" getauften Luftbrückendenkmal braucht dringend eine Generalüberholung. (Foto: HDK)

Tempelhof. Der Platz der Luftbrücke vor dem einstigen Flughafen Tempelhof ist einer der bekanntesten Plätze der Stadt. Einer der schönsten ist der Platz trotz seiner städtebaulichen und historischen Bedeutung jedoch sicherlich nicht. Das will die BVV per Beschluss nun ändern lassen.

Zu diesem Zweck ist das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg auf Antrag der CDU-Fraktion "ersucht", sich beim Land Berlin um die Wiederaufnahme in das "Plätzeprogramm" zu bemühen. Ursprünglich war geplant, die denkmalgerechte, längst fällige Sanierung und Umgestaltung des stadtbekannten und in die Jahre gekommenen Platzes mit dem auch "Hungerharke" genannten Luftbrückendenkmal im Rahmen der einst auf dem ehemaligen Flugfeld geplanten Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 zu verknüpfen und zu finanzieren. Aber da die IGA zwischenzeitlich nach Marzahn verlegt wurde, wurde der Tempelhofer Platz der Luftbrücke schließlich in das Berliner Plätzeprogramm aufgenommen. Dort dann aber wieder herausgenommen, weil die Sanierung und Umgestaltung auch über das Stadtentwicklungsprogramm INSEK unter dem Stichwort "Tempelhofer Feld und Verflechtungsbereich" zu realisieren gewesen wäre. Aber nach dem Volksentscheid zu "100 Prozent Tempelhofer Feld", wonach auf dem ehemaligen Flughafengelände nichts umgestaltet und gebaut werden darf, wird auch der INSEK-Programmpunkt Tempelhofer Feld nicht mehr fortgeführt. Und damit war schließlich auch wieder die Finanzierungsgrundlage für die Renovierung vom Platz der Luftbrücke entfallen. Unter der Überschrift "Neugestaltung Platz der Luftbrücke" ist das Bezirksamt per BVV-Beschluss nun in der Pflicht, sich bei den zuständigen Senatsstellen dafür einzusetzen, "dass der Verflechtungsbereich des Tempelhofer Feldes mit seinen angrenzenden Bezirken - und damit auch der Platz der Luftbrücke in seiner städtebaulichen Verknüpfungsfunktion zu den Bestandsgebäuden - weiterhin wie geplant in die Förderkulisse des Förderprogramms Stadtumbau West aufgenommen wird". Wie das überhaupt und sowieso gehen könnte, liefern die Bezirkspolitiker den Kollegen beim Senat gleich mit: "Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept INSEK sollte dazu unter Einbeziehung der betroffenen Bezirke im Licht des Ergebnisses des Volksentscheids überarbeitet und gegebenenfalls angepasst werden." Andernfalls dürfte der Platz mit dem Luftbrückendenkmal damit wohl auf lange Sicht auf der Strecke beziehungsweise in dem Zustand bleiben, in dem er jetzt ist. "Das kann und darf nicht sein", sagt CDU-Fraktionschef Ralf Olschewski als Antragsteller.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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