Schallschutz für Güter-Innenring: SPD fordert Gesamtlösung von Bund und Senat

Tempelhof. Im Zusammenhang mit bevorstehenden Lärmschutzmaßnahmen am Güter-Innenring sollte ein umfassender Lärmschutz an der extrem belasteten Stadtschneise entlang der A100 und der Ringbahn vorgesehen werden.

Das hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Februar beschlossen. Inzwischen hat die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz dazu Stellung genommen und dem Bezirksamt mitgeteilt, dass sie zunächst eine Prüfung der Lärmsituation durch die Deutsche Bahn (DB) als Bauherr der Elektrifizierung des Innenrings erwartet. Für die SPD-Fraktion, auf deren Initiative der Beschluss gefasst wurde, ist „diese Antwort unbefriedigend“, so Christoph Götz, Vize-Vorsitzender der Fraktion.

Wie berichtet, bereitet die DB aktuell die Elektrifizierung der vor einiger Zeit auf dem Südring wieder in Betrieb genommenen Gütergleise von Neukölln über Tempelhof nach Halensee vor. Die bislang nur von Dieselloks befahrbaren Gleise verlaufen unmittelbar parallel zur S-Ringbahn und zur A100. Durch die Elektrifizierung und dadurch erforderlich werdende Schallschutzmaßnahmen geht allerdings der Bestandsschutz für den Güter-Innenring in jetziger Form verloren. Jedenfalls geht aus den beim Bundeseisenbahnamt eingereichten Planfeststellungsunterlagen hervor, dass es sich bei der Elektrifizierung samt dem Aufstellen von Oberleitungsmasten um eine Neubaumaßnahme handelt.

Darin erkennt Götz „eine Chance, endlich eine umfassende Maßnahme zu realisieren“. Er meint, dass der gesetzlich vorgeschriebene Schallschutz sich lediglich „auf genau diese eine Bahntrasse beschränken und für die Anwohner kaum eine merkliche Verbesserung bringen“ würde. S-Bahn-Trasse und A100 blieben außen vor. „Die völlig ungeschützte Führung der Autobahn durch dicht bebautes Wohngebiet zwischen Tempelhof und Westend ist eine unzeitgemäße West-Berliner Kuriosität auf Kosten der Gesundheit der Anwohner. In der ganzen Republik finden sich mittlerweile Beispiele für innerstädtische Lärmschutzmaßnahmen, die hier Vorbild sein könnten“, sagt Christoph Götz und fordert nach wie vor von Bund und Senat „eine integrierte Schallschutz-Gesamtlösung". HDK
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