Senatsplan umstritten: Runder Tisch fühlt sich übergangen

Auf den Flughafen-Dächern soll eine Geschichtsmeile als Touristenattraktion entstehen. Der Fördervereins zum Gedenken an Naziverbrechen um und auf dem Tempelhofer Flugfeld sieht das kritisch. (Foto: © Natalie Toczek, Berlin)
Berlin: Flughafen Tempelhof |

Tempelhof. Wie berichtet, werden am Flughafen Tempelhof Sanierungsarbeiten an Hangardächern und Flugsteigen in mehreren Bauabschnitten durchgeführt. Das "Tower Tempelhof" genannte Projekt hat der Senat als Geschichtsmeile konzipiert.

Um den historischen Baubestand des Tempelhofer Flughafenensembles zu erhalten und für die Stadtentwicklung zu nutzen, sollen in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu 20 Millionen Euro GRW-Mittel (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) in den ehemaligen, unter Denkmalschutz stehenden Flughafen investiert werden. Bis 2017 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden. Anschließend, bis 2020, soll dann als Touristenattraktion auf Teilen der restaurierten Dachflächen eine begehbare Flaniermeile mit Geschichtsgalerie entstehen.

Das gefällt nicht allen: Der Runde Tisch "Historische Markierung Tempelhofer Feld" bewertet diese Entwicklung kritisch und fühlt sich übergangen. "Es ist sehr schade, dass der Senator für Stadtentwicklung nicht die Expertise des Runden Tischs genutzt und die Teilnehmenden über die Pläne informiert hat. Ärgerlich ist, dass es keine offene Ausschreibung für das Projekt gegeben hat. Mit der Beauftragung der Kulturprojekte wurden einfach Fakten geschaffen.", beschwert sich Beate Winzer, Vorsitzende des Fördervereins zum Gedenken an Naziverbrechen um und auf dem Tempelhofer Flugfeld.

Der Verein fordert, dass die Senatsverwaltung die Empfehlungen des Runden Tischs „intensiv in seine gedenkpolitische Arbeit einbezieht“. Insbesondere müssten der Sachstandsbericht des Runden Tisches und die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses umgesetzt und somit ein Gedenk- und Lernort auf dem Tempelhofer Feld mit Schwerpunkt NS-Zeit errichtet werden, fordert der Förderverein. HDK
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