Tempelhof in Bildern: Buch über zweitgrößten Industriestandort Berlins erschienen

Ralf Schmiedecke stellte seinen Bildband mit historischen Bildern aus dem Bezirk Tempelhof vor. (Foto: Klaus Teßmann)

Tempelhof. Dicht gedrängt sitzen die Besucher in der Buchhandlung Menger am Tempelhofer Damm. 45 Besucher sind zur Premiere eines Bildbands über die Geschichte von Tempelhof gekommen.

Historiker Ralf Schmiedecke stellt seinen Bildband „Berlin-Tempelhof – Vom Paradefeld nach Lichtenrade in alten Bildern" vor. Über 170 Fotografien hat der Autor dafür gesammelt. Seit den 90er-Jahren beschäftigt sich Schmiedecke mit der Geschichte der Berliner Bezirke. Daraus sind inzwischen 15 Bildbände geworden. Er ist viel unterwegs zu Lesungen. Vor allem möchte er mit den Bildern zeigen, wie sich die Bezirke entwickelt und wie die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten in Berlin gelebt haben. „Der Leser kann das Buch in die Hand nehmen und zu Spaziergängen aufbrechen“, sagt der Historiker. Er zeigt Bilder, die so noch nie zu sehen gewesen sind. Quelle für seine Sammlung sind Flohmärkte oder Haushaltsauflösungen.

Ausgangspunkt für Ralf Schmiedecke ist die Gründung von Groß-Berlin im Oktober 1920. Tempelhof wurde zum 13. Berliner Bezirk. Damals wohnten in den vier Ortsteilen rund 194 000 Menschen. Tempelhof war der „bürgerliche Bezirk im Süden Berlins“. An vielen Orten hat er sein traditionelles Erscheinungsbild bewahrt. Dazu zählen die historischen und neuen Stadtviertel ebenso, wie der wirtschaftliche Aufstieg zum zweitgrößten Industriestandort Berlins. In seinem Buch zeigt Schmiedecke Werbung aus vergangenen Zeiten – unter anderem von der Automobilindustrie –, große Industrieanlagen und vor allem Bilder vom Flugplatz, Bilder von Piloten und von Zeppelinen, die über der Stadt schweben.

Wie Ralf Schmiedecke sagt, hat er zum Bezirk auch ganz besondere persönliche Verbindungen. Zu den großen Firmen gehörte auch der Schokoladenhersteller Sarotti und bei Sarotti hat Schmiedecke 1988 seine Diplomarbeit geschrieben.

In acht Kapiteln auf 120 Seiten nimmt er die Leser mit auf eine Zeitreise. Er zeigt die Gebäude des Fliegerviertels als Betonwüste ohne Bäume und Sträucher, er zeigt das Rathaus sowie Straßen und Plätze in Neu-Tempelhof. Dann geht er über zum Spaziergang im Dorfkern von Tempelhof und zum Hafen. Auch die Dörfer Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade werden in ihrer Entwicklung vorgestellt.

Ralf Schmiedecke wurde 1963 in Wedding geboren. Der passionierte Sammler historischer Fotografien und Ansichtskarten ist einer der profiliertesten Kiezhistoriker Berlins. Der Bildband über Tempelhof ist das 15. Buch, das von ihm im Sutton Verlag erschienen ist. KT

„Berlin-Tempelhof – Vom Paradefeld nach Lichtenrade in alten Bildern" ist für 19,99 Euro im Handel, ISBN 978-3-95400-759-2
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