Akten statt Bildung: Rathausanbau weiter außen vor

Der Ende der 1960er Jahre eigens für die BVV und deren Ausschüsse erstellte Rathausanbau wird heute als Aktenlager genutzt. (Foto: HDK)
Berlin: Rathaus Tempelhof |

Tempelhof. „Erst kam das Haus, dann kam der Rat. Der Rat zog aus, es blieb das Haus“, reimte einst der in Künstlerkreisen hoch geschätzte Dichter und Kneipenlyriker Cesar. Ein Vierzeiler, wie für das Rathaus Tempelhof erdacht.

Bis 2001, bis zur Bezirksfusion mit Schöneberg, beherbergte das Mitte der 1930er Jahre gebaute Rathaus am Tempelhofer Damm 165, die dann ins Rathaus Schöneberg umgezogene Bezirksverwaltung samt der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Im alten Tempelhofer Rathaus befinden sich zwar noch einige Tempelhof-Schöneberger Verwaltungseinheiten sowie eines der drei bezirklichen Bürgerämter, aber der Ende der 1960er Jahre eigens für die BVV und deren Ausschüsse erstellte Rathausanbau steht seit nunmehr beinahe 16 Jahren leer beziehungsweise wird als Aktenlager genutzt.

CDU will Räume der VHS und der Musikschule anbieten

Unter dem Motto „Bildung statt verstaubte Akten“ wollte die CDU-Fraktion mit einer Initiative den Räumen neues Leben einhauchen und sie wieder für die Öffentlichkeit und insbesondere für Kurse von Volkshochschule (VHS) und Musikschule nutzbar machen. Das allerdings lehnen die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken ab. Sie wollen lieber auf das „Neue Mitte Tempelhof“ genannte Raumkonzept im Sommer warten und schauen, was dieses vorsieht. „Im Rahmen der Neuen Mitte soll das Rathaus in Gänze saniert und danach dann über die Nutzung der einzelnen Räumlichkeiten entschieden werden, so Jörn Oltmann, Stadtrat für Stadtentwicklung, der Berliner Woche. „Dies entbehrt jeder Logik. Es drängt sich doch geradezu auf, die Nutzung durch VHS und Musikschule mit einzubeziehen“, hält der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Steuckardt dagegen. Und der Vorsitzende des Ausschusses für Facility Management, Christian Zander (CDU), meint: „Auf der einen Seite wird von VHS und Musikschule erwartet, dass sie ihr Angebot erhalten und ausbauen, während auf der anderen Seite Räume unter anderem in Schulen wegen steigender Schülerzahlen aufgegeben werden müssen. Zudem hat auch noch ein vom Stadtentwicklungsamt beauftragtes Planungsbüro für die Region Tempelhof festgestellt, dass dort dringend eine Ausweitung des Angebots an VHS-Kursen erfolgen müsse, weil es andernfalls Probleme gäbe, Integrationskurse in erforderlicher Anzahl anbieten zu können.“ Wie auch immer, vorerst bleibt es wohl beim Aktenlager. HDK
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