Anteil der Senioren an der Bevölkerung steigt

Tempelhof-Schöneberg. Der demografische Wandel gewinnt immer mehr an Fahrt. Schon beinahe ein Drittel der Bezirksbevölkerung ist im Seniorenalter.

Und die Tendenz ist durch das Nachrücken der geburtenstarken Jahrgänge weiterhin steigend. In Tempelhof-Schöneberg lebten Ende des Jahres 2015 nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg insgesamt 70 334 melderechtlich registrierte Bürger, die das 65. Lebensjahr und mehr erreicht hatten. Knapp 45 000 Personen standen mehr oder weniger kurz davor. Dem gegenüber wurden nur 42 604 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahre gezählt. Ende 2015 lebten insgesamt 341 161 Menschen, darunter 114 939 mit Migrationshintergrund im Bezirk. „In manchen Kiezen und Ortsteilen stellen Senioren bereits 30 Prozent und mehr der Bevölkerung“, so Joachim Pohlmann, Mitglied der bezirklichen Seniorenvertretung..

Die Altersstruktur verändert sich unaufhörlich und unaufhaltsam. Diese Entwicklung kann nicht länger ignoriert werden. Die Politik ist am Zug. „Der demografische Wandel ist die Herausforderung für die Zukunft unserer Gesellschaft“, sagt die SPD-Bezirksverordnete Wiebke Neumann und fordert vom Bezirksamt, „ein Handlungskonzept für die positive Bewältigung“ des Problems zu erarbeiten und der Bezirksverordnetenversammlung bis Mitte des Jahres vorzulegen.

„Alle Lebensbereiche müssen betrachtet werden: Wohnen, Wohnumfeld, Mobilität, Gesundheitsversorgung, Angebote für Senioren, Familien und Jugendliche“, meint Neumann und fügt hinzu, dass auch Beschäftigung, Bildung, Teilhabe und Freizeitangebote zu den strategischen und finanziellen Herausforderungen gehören. Und dass die wohl unumgänglichen Veränderungen schließlich alle betreffen. Deshalb soll auch das Konzept unter Einbeziehung wichtiger Akteure erstellt werden. Neumann nennt da beispielsweise die Seniorenvertretung, das Kinder- und Jugendparlament und den Behindertenbeirat.

Ein entsprechender, von der SPD eingebrachter Antrag beschäftigt den BVV-Ausschuss für Soziales, Senioren und demografischer Wandel. Ob darüber noch im März entschieden wird, war bei Redaktionsschluss noch offen. HDK
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