Neuer Stadtteil in Planung?

Angesichts der aktuellen Flüchtlingsbewegung dürfte sich die Weite des Tempelhofer Feldes in absehbarer Zeit wohl verflüchtigen. (Foto: HDK)
Berlin: Tempelhofer Feld |

Tempelhof. Das ehemalige Tempelhofer Flugfeld könnte sich zu einem ganz neuen Stadtteil mit allem infrastrukturellem Drum und Dran für Flüchtlinge entwickeln. So jedenfalls sieht es Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD).

Die Bürgermeisterin erklärt, dass sie erwarte, dass auf der riesigen Freifläche ein ganz neuer Stadtteil für Flüchtlinge gebaut werde – mit Schule, Sportstätten, Freizeitangeboten und so weiter. Im rbb-Inforadio präzisierte Schöttler: "Ein Stadtteil heißt: Nicht nur Betten und ein Dach über dem Kopf, sondern das heißt auch Infrastruktur."

Mit Blick auf das 2014 durch den Volksentscheid zustande gekommene Tempelhof-Gesetz, wonach die Fläche überhaupt nicht bebaut werden darf und so bleiben muss, wie sie ist, sagt die Bürgermeisterin: „Wenn notwendig, müsse dafür das Tempelhof-Gesetz geändert werden. Aber selbstverständlich nur für diesen Zweck und nur befristet."

Damit ist Schöttler mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf Linie. Die Stadtentwicklungsverwaltung plant bereits – neben temporären Bauwerken beziehungsweise Traglufthallen mit Platz für bis zu 7000 Flüchtlingen – auf dem Flughafen-Vorfeld unter anderem eine Schule, Sporthallen, ein Fußballfeld mit Tribüne, ein Job-Center und eine Großküche.

Wie berichtet, gibt es dagegen harschen Protest: „Damit wäre der erfolgreiche Volksentscheid zum Erhalt des Tempelhofer Feldes im Handumdrehen ausgehebelt“, prophezeien mehrere stadtpolitische Initiativen in einer gemeinsamen Erklärung. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Initiative "100% Tempelhofer Feld", das Netzwerk Architekten für Architekten, der Verein Flüchtlingsrat Berlin, der Berliner Wassertisch, das Bündnis Neukölln und "Moabit Hilft". Durch den Aufbau von Traglufthallen versuche der Senat, das Tempelhof-Gesetz, das eine Bebauung ausschließt, „durch die Hintertür“ zu kippen, so Kerstin Meyer von der 100%-Tempelhof-Initiative. An die von Angelika Schöttler postulierte „Befristung“ glaubt jedenfalls keiner. HDK
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