125 Jahre BFC Germania 1888 / Erster Fußballverein Deutschlands feiert Jubiläum

Die Leistungsträger der 1. Herren laufen anlässlich des Jubiläums in neuen schwarzen Trikots mit der 125 auf. (Foto: MB)

Tempelhof. Mit dem 15. April steht ein denkwürdiges Datum auf dem Kalender: An diesem Tag vor 125 Jahren wurde in Tempelhof der Fußballverein "BFC Germania 1888 Berlin" gegründet. Heute gilt Germania als der erste und mithin älteste Fußballverein Deutschlands.

Zwar wurden einige heute berühmte Vereine wie zum Beispiel der Hamburger SV, der VfL Bochum 1848 oder TSV 1860 München schon etliche Jahre früher gegründet, aber deren Schwerpunkte lagen eben noch längst nicht auf Fußball sondern vielmehr auf Turnen und Leichtathletik. Die Tempelhofer "Germanen" waren dagegen als erste reguläre Fußballmannschaft angetreten und werden deswegen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell als ältester Verein bestätigt. Der DFB ist übrigens "erst" 113 Jahre alt und mithin zwölf Jahre jünger als Germania. Der Verein wurde am 15. April 1888 von einem 17-jährigen Jüngling namens Paul Jestram gegründet. Zusammen mit seinen drei Brüdern Max, Fritz und Walter sowie ein paar Schulfreunden stellte er die erste reguläre Elf der Stadt auf die Beine. Zu dieser Zeit war Fußball in Deutschland kaum ein Thema. Die ersten dokumentierten Partien ums runde Leder in Berlin fanden im Winter 1881/82 statt und wurden von britischen Mannschaften ausgetragen.

In England, stand die Wiege des Fußballsports überhaupt. Im Oktober 1857 wurde mit dem FC Sheffield der erste und noch heute bestehende Kickerklub der Welt ins Leben gerufen. In Deutschland gab es zur Zeit der Germania-Gründung weder ein festes Regelwerk noch eigene Fußballplätze und Jestram kickte mit seinem historischen BFC-Team zunächst auf dem Tempelhofer Feld. "In der Anfangszeit des deutschen Fußballs, also etwa in den ersten 20 Jahren seines Bestehens bis etwa 1908, spielte der Verein eine bedeutende Rolle. Er hatte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung und Verbreitung dieses Sports", betont Germania-Archivar Thomas Schneider. Heute spielt man noch in der Kreisliga.

Am 15. April ist ein Festakt mit vielen namhaften Ehrengästen im Rathaus Schöneberg angekündigt. Eine eigentlich am 20. April auf dem Tempelhofer Feld geplante Jubiläumspartie gegen eine englische Promiauswahl ist allerdings geplatzt. "Das ist quasi der Supergau", so Germania-Sprecher Michael Borm zur Berliner Woche. Konkrete Gründe kann er nicht nennen: "Wir wissen auch nicht was los ist, erst war der Kontakt abgerissen und nun kam die Absage", sagt Borm und hofft nun auf ein zünftiges Geburtstagsturnier gegen eine Altstar-Elf von Hertha BSC.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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