Bezirksverordnete fordern bessere Unterstützung der "Frostschutzengel"

Tempelhof-Schöneberg. Obdachlosenorganisationen, Bezirk und die Stadt insgesamt sehen sich vor allem in den letzten Monaten mit immer mehr obdachlosen Osteuropäern konfrontiert. Genaue Zahlen kennt niemand.

Die Hilfsorganisationen klagen, "dass durch fehlende Sprachkenntnisse ihre Arbeit erschwert wird und weisen insbesondere auf die wertvolle sprachlich-kulturelle Unterstützung der Frostschutzengel hin", so die CDU-Bezirksverordnete Inken Meseck-Lude. Und um Sprachbarrieren zu überwinden und wirksamer helfen zu können (die "Berliner Frostschutzengel" finanzieren sich ausschließlich durch Spenden), hatte die Mehrheit der Bezirksverordneten auf Antrag der CDU-Fraktion Anfang Dezember beschlossen, dass das Bezirksamt bei den zuständigen Senatsdienststellen, aber auch bei den Botschaften Polens, Rumäniens, Bulgariens, Russland und weiterer osteuropäischer Staaten vorstellig werden müsse, um personelle und finanzielle Unterstützung für die Hilfsorganisation Frostschutzengel einzufordern. Außerdem sollte geprüft werden, ob es dafür Mittel aus dem europäischen Sozialfonds gibt. Das ist inzwischen passiert, aber nichts passiert. Bislang jedenfalls nicht. Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Sozialstadträtin Sibyll Klotz (Grüne) konnten der BVV kürzlich in einer gemeinsamen Mitteilung zur Kenntnisnahme lediglich miteilen, dass, da es sich bei den Frostschutzengeln um einen berlinweit agierenden Träger handelt, allein der Senat für eine Kontaktaufnahme mit den Botschaften zuständig sei. Gleiches gilt für das Beantragen von Mitteln aus dem europäischen Sozialfonds. Übrig blieb: "Deshalb haben wir gebeten, entsprechende Schritte zu veranlassen", so Schöttler und Klotz. Zwischenzeitlich hat sich auch die Geschäftsführung der Frostschutzengel an die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales sowie an die osteuropäischen Vertretungen mit der Bitte um Hilfe gewandt. "Bisher allerdings wenig erfolgreich", bedauern die Verantwortlichen im Rathaus Schöneberg und versprechen, dass sie der BVV "unaufgefordert berichten" werden, sobald es Bewegung in der Sache beziehungsweise eine Rückmeldung der Senatsverwaltung gibt.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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