Bürgermeisterin klagt über zu wenig Personal

Tempelhof-Schöneberg. Schreckensmeldungen über Personalabbau in der Verwaltung blieben 2012 aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bezirken werden aber nur deshalb keine Stellen gestrichen, weil es schon jetzt nur noch ein Minimum gibt.

"Wir sind schon jetzt in dem Elend, in dem die anderen Bezirke noch landen werden", bringt die für das Personalwesen zuständige Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) die Situation auf den Punkt. Während beispielsweise Mitte in den kommenden Jahren nach Aufforderung durch die Landesebene 224 Vollzeitstellen Stellen abbauen muss, kann Tempelhof-Schöneberg seine behalten und sogar von außen nachbesetzen. "Erfreulicherweise können wir sogar den Großteil unserer Auszubildenden übernehmen", so die Bürgermeisterin. Ihre Kollegen würden sie darum oft beneiden. "Dabei betone ich, dass wir einfach nur jetzt schon schlechter ausgestattet sind."Zum Vergleich: Im Jahr 2002 verfügte der Bezirk noch über 3409 Stellen im Haushaltsplan, 1017 davon in den Kitas, die seit 2006 in Eigenbetrieben weitergeführt wurden. Bleiben trotzdem knapp 2400 Stellen in der Verwaltung. 2007 waren es nur noch 1962, im Jahr 2012 dann 1751. "Wir sind am unteren Rand angekommen", sagt Schöttler. Ihre Mitarbeiter seien einer "ganz, ganz hohen Belastung" ausgesetzt.

In der Verwaltung sei man dennoch bestrebt, Einschränkungen für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Reinigungsleistungen seien beispielsweise komplett, Leistungen im Grünflächen- und Hausmeisterbereich großteils fremdvergeben worden. Das Geld, das der Bezirk dafür ausgibt, taucht im Haushalt als Sach- und nicht als Personalmittel auf. Für andere Aufgaben bleibt damit mehr Geld. Genauso bei der Idee, mehr Senioren- und Jugendfreizeitstätten an freie Träger zu übergeben. Im Gesundheitsamt sind in den vergangenen Monaten schon Beraterstellen abgebaut worden. "Wir können bestimmte Leistungen nicht mehr anbieten, die es in anderen Bezirken noch gibt", bedauert Schöttler. Doch diesen Effekt werde es in den kommenden Jahren auch anderswo in der Stadt geben. "Wir haben nur schon hinter uns, was die anderen noch vor sich haben."


Ralf Liptau / flip
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