Der Rückblick der Berliner Woche für Schöneberg und Friedenau (II)

Viele Büros mussten nach der Randale im Rathaus Friedenau im Februar geräumt und getrocknet werden. (Foto: Liptau)
 
Die Schüler des Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Gymnasiums in Mitte waren im Januar die ersten, die die neuen Becken im Stadtbad Schöneberg testen durften. (Foto: Liptau)

Tempelhof-Schöneberg. 2012 ist Geschichte. Die Berliner Woche blickt zurück auf die wichtigsten Themen, Befindlichkeiten und Ereignisse in den vergangenen zwölf Monaten.

Januar: Nachdem sich die Sanierung des Stadtbads Schöneberg in der Hauptstraße drei Jahre in die Länge gezogen hatte, wird es endlich wieder eröffnet. Für gut sieben Millionen Euro war es im Inneren komplett neu ausgebaut worden. Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt, eine Partnerschaft mit der türkischen Stadt Mezitli-Mersin. Im September schließlich wird diese inzwischen siebte Städtepartnerschaft des Bezirks besiegelt.

Februar: Randalierer sind nachts ins Rathaus Friedenau eingebrochen und haben die Wasserhydranten aufgedreht. Bis das am kommenden Morgen bemerkt wird, suchen sich über 100 000 Liter ihren Weg durch sämtliche Geschosse.

Nachdem die BVV zwei Jahre über die Umbenennung der Einemstraße diskutiert hat, beschließt sie, die Bevölkerung in die Entscheidung einzubeziehen. Dass die Straße nicht mehr den Namen des "Steigbügelhalters für den Nationalsozialismus" Karl von Einem tragen soll, wird später beschlossen - aber noch immer nicht umgesetzt.

März: Die BVV beschließt den Haushalt für 2012 und 2013. Bis Mitte des Jahres darf trotzdem noch kein Geld ausgegeben werden, weil der Landeshaushalt noch nicht steht.

Die Bäume im Garten eines zum Abriss vorgesehenen Mehrfamilienhauses am Barbarossaplatz werden gegen den Protest von Mietern und Nachbarn gefällt. Ein frühes Anzeichen dafür, dass die Bewohner ihren Kampf verlieren. Im Herbst ziehen sie aus.

April: Seit Anfang 2010 war vor allem über die Wegeführung im Heinrich-Lassen-Park an der Belziger Straße diskutiert worden. Im Frühling endlich die Entscheidung der Bezirksaufsicht auf Landesebene: Der bereits begonnene Weg darf rückgebaut werden. Die Arbeiten ziehen sich bis in den Herbst.

Mai: Zum 90. Geburtstag der Gartenarbeitsschule am S-Bahnhof Südkreuz wird hier ein historischer Selbstversorgungsgarten eingerichtet, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreichen Berlinern das Überleben gesichert hatte.

Die BVV beauftragt das Bezirksamt damit, sich um die Umgestaltung des Nollendorfplatzes zu kümmern. Vor allem der unwirtliche Parkplatz vor dem "Goya" ist vielen ein Dorn im Auge. Umgestaltet wird wohl auch der Platz vor der Urania. Die Pläne stoßen allerdings auf wenig Gegenliebe in der BVV. Den meisten ist die Fläche zu kahl, die Verordneten fordern mehr Grün.

Juni: Wenn das Rathaus Schöneberg 2014 seinen 100. Geburtstag feiert, soll der Vorplatz in neuem Glanz erstrahlen. Im Frühsommer wurden die ersten Pläne präsentiert.

Die BVV schlägt vor, auf der Bezirkshomepage regelmäßig ein Denkmal des Monats vorzustellen. Mit dem knappen Personal der Unteren Denkmalschutzbehörde lässt sich das nicht realisieren. Schließlich gehen Bezirksamt und Berliner Woche eine Kooperation ein. Die Serie gibt es in der Zeitung und auf der Bezirkshomepage.

Juli: Nachdem die ehemalige Schwielowsee-Grundschule an der Monumentenstraße jahrelang leer stand, wird über einen neuen Investor entschieden. Die Johannes-Waldorfschule aus Wilmersdorf wird den alten Bau abreißen und ein neues Gebäude errichten.

In der Sommerpause geht die bezirkliche Smiley-Liste online, über die sich Verbraucher über die hygienischen Bedingungen der bezirklichen Gaststätten informieren können. Wegen rechtlicher Probleme könnte die Liste allerdings schon bald wieder Geschichte sein.

August: Weil Personal fehlt, verkündet das Bezirksamt, dass die Gertrud-Kolmar-Bibliothek in der Pallasstraße über die Sommerferien hinaus wird geschlossen bleibt.

Am 28. August werden Rabbiner Daniel Alter und seine Tochter in Friedenau wegen ihrer Religionszugehörigkeit verprügelt. Kurz danach gehen dagegen 1500 Menschen auf die Straße.

September: Der FC Internationale zieht in sein neu errichtetes Vereinsheim am Vorarlberger Damm ein. Der Bau ist ein Ausgleich dafür, dass auf dem gegenüberliegenden früheren Sportgelände vor Jahren ein Möbelhaus entstand.

Weil die Maaßenstraße zwischen Winterfeldt- und Nollendorfplatz immer mehr zur Partymeile wird, kündigt die Stadträtin für Stadtentwicklung Sibyll Klotz (Grüne) an, Anträge für die Zulassung neuer Kneipen genauer zu prüfen und nach Möglichkeit abzulehnen.

Oktober: Fachleute und Bezirkspolitiker laufen Sturm gegen den vom Bezirksamt geplanten Abriss der ehemaligen Kohlenhandlung von Julius und Annedore Leber. Die beiden gelten als Schlüsselfiguren im NS-Widerstand. Schließlich wird entschieden, dass das Häuschen an der Torgauer Straße erhalten bleibt.

November: Die Technische Universität weiht ihren Campus auf dem Euref-Gelände ein. Künftig werden hier in Kooperation mit den Unternehmen vor Ort drei Masterstudiengänge zu Stadt und Energie angeboten.

Nachdem die Planungen für ein Einkaufszentrum mit großem Parkhaus an der Ecke Kurfürsten-, Genthiner Straße stark kritisiert wurde, gibt der Investor Änderungen bekannt: Das Gewerbe wird kleinteiliger und die Parkplätze weniger. Dafür sollen zusätzlich auch Wohnungen entstehen.

Dezember: Das Bezirksamt diskutiert mit den Bürgern über zwei wichtige Projekte: Im kommenden Jahr soll der Breslauer Platz umgestaltet werden. Außerdem wird eine Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf am S-Bahnhof Innsbrucker Platz geplant.


Ralf Liptau / flip
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