Dicke Luft im Tunnel belastet Fußgänger und Radfahrer

Die etwa 250 Meter lange Unterführung in der Boelckestraße fällt in gleich drei im Behördendschungel endende Zuständigkeitsbereiche. (Foto: HDK)

Tempelhof. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat das Bezirksamt per Mehrheitsbeschluss beauftragt, kurzfristig die Luft im Boelcketunnel überprüfen zu lassen.

Da es keine Ventilation gibt, ist die Luft in der etwa 250 Meter lange Autobahn- und Eisenbahnunterführung in der Boelckestraße tatsächlich "äußerst stickig und belastend", wie in dem von der SPD-Fraktion eingebrachten Antrag festgestellt wird. Und, dass dieser Umstand "insbesondere für Radfahrer und Fußgänger" unerträglich sei. Als Gründe werden vor allem die hohe Belastung der Luft durch immensen Lkw-Verkehr sowie regelmäßige Staus in den Morgenstunden angeführt, sodass insbesondere ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen den Tunnel "praktisch nicht durchqueren" könnten.

Mit Hinweis auf die Änderung der Grenzwerte durch die EU im Jahr 2010 soll sich das Bezirksamt nun bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen, dass kurzfristig eine neue Messung und Bewertung der Feinstaub- und Stickoxyd-Belastung vorgenommen wird und - soweit daraus resultierend erforderlich - geeignete Maßnahmen zur Einhaltung der gesetzlich zulässigen Werte eingeleitet werden.

Unter Umständen keine leichte Aufgabe für das Bezirksamt. Immerhin fällt der Tunnel in drei Zuständigkeitsbereiche, die im Zweifelfall im Nichtzuständigkeitsbereich des Behördendschungels enden könnten: Für die Gehwege und Fahrbahnen ist das Bezirksamt zuständig, für die Brücken und Bahnanlagen die Deutsche Bahn AG und für die Autobahn und Tunnelbeleuchtung die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Man darf also gespannt sein, wer nun für die Luft zuständig ist.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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