Die Berliner Woche blickt zurück (Ausgabe Schöneberg-Nord/-Süd)

Jahrelang hatten die Mieter gegen ihren erzwungenen Auszug gekämpft - am Ende wurde ihr Wohnhaus am Barbarossaplatz dennoch abgerissen. (Foto: Liptau)
 
Am Ende fielen sie doch: Drei Linden in der Crellestraße mussten einem Bauprojekt weichen. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Das Jahr 2013 geht zu Ende. In der Berliner Woche haben wir Sie über Ereignisse in Schöneberg und Friedenau informiert, Probleme aufgegriffen und Menschen vorgestellt. Jetzt ist es Zeit für einen Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate.

Januar

Die Wohnungslosentagesstätte des Unionhilfswerks hatte das Jahr 2012 mit der Suche nach einer neuen Unterkunft zugebracht. Im Januar steht fest: Suppenküche und Kleiderkammer können von der Hohenstaufen- in die Gustav-Freytag-Straße ziehen.

Am Gasometer startet das neue Jahr mit einer Einweihung. Der erste Neubau wird ganz im Norden des Euref-Geländes eröffnet. Die Firma Schneider Electric ist Hauptmieter des Zehngeschossers.

Februar

Drei Planungsbüros stellen ihre Visionen für die Brachfläche des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf am S-Bahnhof Innsbrucker Platz vor. Rund 700 neue Wohnungen sollen hier entstehen, die Planer erstellten inzwischen einen gemeinsamen Konsensplan.

Nachdem die letzten Mieter einen jahrelangen Rechtsstreit aufgegeben und ihre Wohnungen verlassen haben, wird am Barbarossaplatz ein Wohnhaus aus den 1960er-Jahren abgerissen Jetzt entstehen hier hochklassige, neue Wohnungen.

März

Bei Arbeiten für ein Teilstück des Nord-Süd-Grünzugs zwischen Bautzener Straße und S-Bahnlinie 2 wird Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Böschung muss deshalb abgetragen und neu bepflanzt werden.

Mitten in der Debatte um die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare eröffnet der Lesben- und Schwulenverband in der Cheruskerstraße ein Informations- und Beratungszentrum für "Regenbogenfamilien".

April

Bis 2014 sollte die Sanierung der denkmalgeschützten Industrieanlage am Gasometer eigentlich abgeschlossen sein. In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beklagt die für Stadtentwicklung zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (B’90/Grüne), dass der Investor immer noch keinen Zeitplan vorgelegt habe. Vor Ort sind noch keine Arbeiten zu beobachten.

Nach dem Ende der Frostperiode listet Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) auf, welche Straßenbeläge für die zur Verfügung stehenden drei Millionen Euro in diesem Jahr ausgebessert werden sollen. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Bereich vor dem Rathaus Schöneberg.

Mai

Anwohner mobilisieren gegen die geplante Wohnbebauung am nördlichen Ende der Bautzener Straße. Dafür ziehen sie mit Transparenten vors Rathaus Schöneberg. Die zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (B’90/Grüne) steht weiter hinter dem Bauprojekt auf der "Bautzener Brache".

Die BVG sperrt den Eingangspavillon zum U-Bahnhof Bayerischer Platz und will ihn sanieren. Bald stellt sich heraus: Das Gemäuer ist weniger tragfähig als gedacht. Am Ende wird der Bau aus den 70er-Jahren beinahe komplett abgerissen.

Juni

Weil an der Else-Lasker-Schüler-Straße der Spielplatz vom angrenzenden Straßenstrich stark in Mitleidenschaft gezogen und deshalb für Kinder nicht mehr sicher ist, wissen die Verantwortlichen im Bezirksamt keinen anderen Rat: Die Anlage wird komplett geschlossen.

Bewohner des Crellekiezes wehren sich gegen einen geplanten Neubau an der Ecke Crelle-/ Langenscheidtstraße. Ihnen geht es zunächst vor allem um drei Straßenlinden, die für das Bauprojekt gefällt werden müssen.

Juli

Im Verlauf des Sommers weitet sich der Protest an der Crellestraße immer mehr aus. Die Fällung der Linden wird zunächst verhindert, die Nachbarn veranstalten Sitzblockaden und verschanzen sich später sogar in den Baumkronen.

August

Nachdem Bezirk und Anwohner jahrelang über die Umgestaltung des Breslauer Platzes diskutiert haben, starten die ersten Arbeiten im Hochsommer. Eine Friedenauer Bürgerinitiative hat die Pläne mit entwickelt.

Eine Ideenwerkstatt für die Bürger zur Umgestaltung der City West startet. Vor allem der Bereich zwischen Urania und Wittenbergplatz soll aufgewertet werden.

September

Karstadt-Investor Nicolas Berggruen kauft das rund 80.000 Quadratmeter große Gewerbegebiet an der Naumannstraße. Die Bestandsmieter fürchten, dass sie das Gelände verlassen müssen.

Die BVG stellt gemeinsam mit dem Verein "Quartier Bayerischer Platz" die Pläne für den neuen U-Bahnhof vor. Das Gebäude soll künftig zweistöckig sein und unter anderem auch ein Café beherbergen.

Oktober

Nachdem Gegner des Neubaus an der Crellestraße die Fällung der Straßenlinden während der Sommermonate noch verhindern konnten, kreischen jetzt die Kettensägen. Zu den Fällungen rückt auch die Polizei an.

Nach einem Aufruf in der Berliner Woche sammeln Hortkinder der Fläming-Grundschule in Friedenau sagenhafte 400 Kilogramm Kastanien als Winterfutter für die Schafe im Naturpark Marienfelde.

November

Zum 100. Geburtstag des geschichtsträchtigen Rathauses am John-F.-Kennedy-Platz eröffnet das Bezirksamt eine Ausstellung mit Porträts 100-jähriger Bürger. Die zehn Teilnehmer kommen zusammen auf 1006 Lebensjahre.

In der Bezirksverordnetenversammlung wird über die Zustände am Straßenstrich an der Kurfürstenstraße gestritten. Ein Antrag der CDU, wonach die Prostitution tagsüber verboten werden sollte, setzt sich am Ende nicht durch.

Dezember

Nach fast einjähriger Bauzeit wird ein Abschnitt der Nord-Süd-Wegeverbindung entlang der S 2 eröffnet. Im Bereich zwischen Monumentenbrücke und Großgörschenstraße ist neben dem Fuß- und Radweg auch ein Abenteuerspielplatz entstanden.

Nach jahrelanger Diskussion wird die Einem- in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße umbenannt. Der im Bezirk Mitte gelegene Teil behält wegen formalen Einsprüchen der Anwohner zunächst seinen alten Namen.


Ralf Liptau / flip
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