Jugendliche sollen als Testkäufer für Alkohol und Tabak unterwegs sein

Tempelhof-Schöneberg. Wer Alkohol und Tabakwaren an Jugendliche verkauft, tappt womöglich bald in eine Falle des Bezirksamts. Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) plant den Einsatz jugendlicher Testkäufer.

Nachdem der Stadtrat gegen den Alkoholverkauf an Jugendliche mobil macht und eine entsprechende Änderung des Jugendschutzgesetzes fordert, um die Verkäufer hochprozentiger Waren mehr in die Pflicht zu nehmen, steht nun als nächstes das Rauchen auf seiner Agenda. Bislang kontrolliert der Sachbearbeiter für besondere Kontrollaufgaben im Ordnungsamt Tempelhof-Schöneberg mehrmals wöchentlich - auch im Verbund mit der Polizei -, ob der Jugendschutz und der Nichtraucherschutz im Bezirk eingehalten werden. "Derzeit liegt dabei einer der Schwerpunkte auf Shisha-Bars, da sich gezeigt hat, dass dort besonders häufig Jugendschutzverstöße stattfinden. Insgesamt ist jedoch leider bei vielen Lokalen ein Mangel an vorschriftsgerechtem Verhalten festzustellen", erklärt Schworck sein verstärktes Vorgehen. Im vergangenen Jahr wurden bei über 600 Gewerbekontrollen unter anderem 114 Jugendschutzverstöße festgestellt. Dabei wurden insgesamt 31 565,80 Euro Bußgeld kassiert. Und da dürfte wohl noch wesentlich mehr drin sein.

Bild von der Lage machen

Aber gesonderte Kontrollen, ob Tabakprodukte oder Alkohol an Jugendliche abgegeben werden, haben in der Regel nur selten Erfolg, ärgert sich der Stadtrat und sagt, dass eindeutige "Feststellungen von Verstößen" bislang jedenfalls nur zufällig registriert wurden und werden. Um das zu ändern, will Schworck nun jugendliche Testkäufer losschicken. Der Politiker begründet diese Maßnahme unter anderem damit, dass der Behörde dadurch überhaupt erst einmal ein "zuverlässigeres Bild" der Lage ermöglicht würde. "Ob und wie die Umsetzung erfolgen kann, ist Gegenstand von Gesprächen mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport", so Schworck. Eine flächendeckende Lösung wird es allerdings kaum geben, wenn man bedenkt, wo es überall Tabakwaren und Alkohol zu kaufen gibt und wie wenig Kontrollpersonal dem gegenüber steht.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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