Kritiker befürchten Kosten von über 300 Millionen Euro

Tempelhof. Was wir aus dem Tempelhofer Feld? Auf der einen Seite fordert eine Bürgerinitiative, das Areal so zu lassen, wie es ist. Auf der anderen Seite stellt der Senat einen Plan nach dem anderen vor, was dort alles gebaut werden soll.

Die Bürgerinitiative wirft dem Senat vor, Fakten zu schaffen, noch bevor das Volksbegehren abgeschlossen ist. Dafür ist noch bis zum 13. Januar Zeit. 173 000 Unterschriften werden benötigt, damit in einer Volksabstimmung darüber entschieden werden kann, ob das ehemalige Flughafengelände der Natur überlassen bleibt oder nicht.

Der Senat möchte dort Wohnungen bauen und vor allem die neue Zentral- und Landesbibliothek. Nach dem Architekturwettbewerb für die Bibliothek sind nur noch zwei Entwürfe übrig. Welcher realisiert wird, darüber muss nun die Landespolitik entscheiden. Laut Senatsbaudirektorin Regula Lüscher soll die Entscheidung im Frühjahr fallen.

Das Zürcher Architektenbüro Miebach Oberholzer und schlägt einen achtgeschossigen, gläsernen Bücherturm vor. Das Stuttgarter Büro von Regina Kohlmeyer und Jens Oberst präsentiert ein lang gestrecktes Gebäude.

Rund 270 Millionen Euro soll der Neubau kosten, so meint jedenfalls die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Doch Kritiker schätzen, dass es wesentlich teurer wird. Von über 300 Millionen wird schon jetzt offen gesprochen. Doch für Kulturstaatssekretär Andre Schmitz ist die Bibliothek das "wichtigste Bauprojekt dieser Legislaturperiode".

Noch wurden nicht alle Teilnehmer am Wettbewerb vorgestellt. Die Senatsverwaltung präsentierte bisher nur die fünf Preisträger- und sechs Anerkennungsarbeiten. Alle anderen Teilnehmer am Architekturwettbewerb sollen ab 2. Februar ausgestellt werden.

Doch eines ist heute schon klar. Die neue Bibliothek soll im Jahr 2022 eröffnet werden. Kritiker fordern ein Umdenken, ob nicht andere Standorte besser geeignet sind. Allerdings sind sich alle einig, dass die aktuelle Situation nicht tragbar ist, denn die Zentral- und Landesbibliothek ist über drei Standorte in Berlin verteilt. Damit wird eine effektive Arbeit in der Bibliothek unnötig erschwert.


Klaus Tessmann / KT
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