Meldeportal zu Schäden im Straßenland wird rege genutzt

Schöneberg. Über 400 Bürger haben seit Anfang November das Onlineportal Maerker genutzt, um Infrastrukturprobleme im Bezirk zu melden.

Der für Bürgerdienste und Ordnungsamt zuständige Stadtrat Oliver Schworck (SPD) spricht deshalb von einem Erfolg. Die Verwaltung sei dadurch allerdings auch stark gefordert. Ob unleserliche Straßenschilder, kaputte Bäume, Schlaglöcher oder Dreckecken - was immer dem Bürger im öffentlichen Straßenland unangenehm auffällt, kann jetzt ganz mit ein paar Mausklicks an die Verwaltung gemeldet werden. Der in Brandenburg entwickelte Meldedienst Maerker wird in Berlin bisher in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Tempelhof-Schöneberg getestet. In Tempelhof-Schöneberg ist die Nutzung mit über 400 Meldungen besonders hoch. "Das ist mehr, als wir erwarten konnten", so Schworck. Das Ziel, den Bürgern den Weg zur Verwaltung zu erleichtern, sei also eindeutig erreicht.

"Ich höre jetzt trotzdem auf, für das Portal die Werbetrommel zu rühren", schränkt er ein. Denn die Verwaltung komme mit der Bearbeitung kaum nach. "Das frisst in allen Bereichen zusätzliche Ressourcen." Ein Beispiel: Wird an einer Stelle im Bezirk ein Schlagloch gemeldet, müssen die Mitarbeiter vom Tiefbauamt zusätzlich zu den regulären Routen dort vorbeifahren und den Schaden überprüfen. "Das liegt natürlich außerhalb des normalen, eingeübten Verwaltungsgeschäfts", so Oliver Schworck. Die Mitarbeiter in den Fachabteilungen seien "nicht gerade euphorisch" über diese zusätzlichen Aufgaben. "Wir haben schließlich in allen Bereichen zu wenige Leute." Damit steckt er in einem bekannten Dilemma: "Man kann nicht immer mehr Bürgernähe fordern, ohne dass sie dann bezahlbar ist." Trotzdem will der Stadtrat an Maerker festhalten. "Obwohl die Bearbeitung der Meldungen inzwischen länger dauert als am Anfang, lässt sich eine deutliche Beschleunigung durch das System feststellen." Seinen Kollegen in den anderen Bezirken gibt er einen Tipp: "Bevor die das einführen, sollten sie zumindest Leitfäden entwickeln, nach denen sie die Meldungen systematisch abarbeiten können."

Das Meldesystem Maerker ist abrufbar unter www.berlin.de/maerker.

Ralf Liptau / flip
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