Selbstmord auf der Autobahn

Tempelhof. Es geschah in der Nacht des 2. Januar um 3.30 Uhr am Stadtautobahnzubringer A 100 Alboinstraße: In voller Fahrt krachte ein Auto gegen einen Brückenpfeiler. Der Wagen wurde durch die Wucht des Aufpralls mitten auf die Fahrbahn Richtung Tempelhof geschleudert.

Der Fahrer war bewusstlos und schwer verletzt in den Trümmern des Autowracks eingeklemmt und musste von den von Zeugen alarmierten Einsatzkräften der nur Minuten danach eingetroffenen Feuerwehr mit Spezialwerkzeugen förmlich herausgeschnitten werden. Dennoch kam jede Hilfe zu spät. Der 55-jährige Mann starb wenige Stunden später, gegen 7 Uhr, im Krankenhaus. Aber was zunächst wie ein schrecklicher, folgenschwerer Unfall aussah, war wohl geplant.

Der Mann ist offenbar mit voller Absicht in den Tod gerast. Das jedenfalls schließt die Polizei aus einem auf dem Beifahrersitz gefundenen, mehrere Seiten langen Abschiedsbrief. In dem soll unter anderem geschrieben stehen: "Kein Unfall, kein Fremdverschulden".

Der Schreiber begründete seinen spektakulären Abschied vom Leben mit körperlichen Gebrechen. Er war auf einen Rollator angewiesen. Die Stadtautobahn war zwischen den Abfahrten Tempelhof und Alboinstraße bis 10 Uhr gesperrt.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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