Senator wirft Organisatoren des Volksbegehrens Desinformation vor

Tempelhof. Der Ton zwischen den Befürwortern und Gegnern der geplanten Bebauung des ehemaligen Tempelhofer Flugfeldes wird schriller. Der verantwortliche Senator bezichtigt die Initiatoren des Volksbegehrens der Desinformation.

Auslöser für den Krach ist eine Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit einem Zitat von Senator Michael Müller (SPD), das da lautet: "In dem aktuell laufenden Volksbegehren werden - wissentlich oder nicht - falsche Behauptungen aufgestellt. Etwa die, dass wir planen, das ganze Tempelhofer Feld zu bebauen."

Dem widersprechen die Organisatoren des Volksbegehrens, die Initiative "100% Tempelhofer Feld", vehement: "Die Initiative hat niemals behauptet, dass das Tempelhofer Feld komplett bebaut werden würde", erklärt Vorstandsmitglied Felix Herzog und fügt hinzu, dass "lediglich in einem Flyer vom Mai 2013 eine provokante Grafik mit einer möglichen Komplettbebauung" unter "Visionen bis 2030" veröffentlicht wurde.

Dabei ist eine Bebauung überhaupt nicht Gegenstand des Volksbegehrens. Herzog: "Ziel des Begehrens ist, dass Tempelhofer Feld nicht zu veräußern. Es soll auch zukünftig in seiner Gesamtheit der Freizeit und Erholung dienen, sowie als innerstädtisches Kaltluftentstehungsgebiet und als wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten bleiben." Seine Befürchtung ist, dass in den nächsten zehn bis 20 Jahren weitere Teile des Feldes bebaut werden könnten.

Die Senatsverwaltung informiert indes in einem neuen Pavillon auf dem Feld über die Baupläne, und Senator Müller wiederholte bei der Eröffnung seinen Vorwurf der Desinformationen: "Etwa die, dass wir planen, das ganze Tempelhofer Feld zu bebauen. Dem ist nicht so: Wir werden die große und einzigartige Weite des Feldes erhalten! Lediglich an den Rändern entstehen neue Wohnquartiere mit bezahlbaren Wohnungen und Bildungseinrichtungen."

Die Initiative "100% Tempelhofer Feld" sammelt seit Mitte September Unterschriften für das Volksbegehren zum Erhalt des Tempelhofer Feldes in seiner jetzigen Form. Bis zum 13. Januar müssen 174.000 gültige Unterschriften zusammenkommen.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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