Tempelhofer Feld vor dem Umbau

In der Regel kommen am Wochenende um die 50 000 Menschen. (Foto: HDK I)

Tempelhof. Am 12. Mai jährte sich zum dritten Mal die Öffnung des Flugfelds. Seitdem hat sich die riesige, "Tempelhofer Freiheit" genannte Innenstadtbrache als eine viel frequentierte Spielwiese für die Berliner und ihre Gäste etabliert. Bei trockenem Wetter werden an den Wochenenden jeweils rund 50 000 Besucher gezählt.

Allerdings wird es die voraussichtlich letzte Sommersaison unter den gegebenen Umständen. Anschließend sollen auf dem ehemaligen Flugfeld die Bauarbeiten beginnen, um die geplante Parklandschaft in die Tat umzusetzen. Zu diesem Zweck sollen spätestens im Herbst zunächst Bagger anrollen, um die Grube für ein Regenwasserbecken auszuschachten. Danach stehen dann die Erweiterung des Friedhofs am Columbiadamm sowie der erste Bauabschnitt eines Nord-Süd-Radwegs auf dem Plan und die "Tempelhofer Freiheit" wird, wenn auch nur partiell, erstmals durch Bauzäune eingeschränkt. Die ersten 15 von insgesamt 61 Millionen Euro für die Parkgestaltung können bis 2016 ausgegeben werden. Aber der Park ist nur die eine Seite. Die andere wird dagegen richtig teuer. Ab 2015 ist die Erschließung von vier großen, an den Rändern abgesteckten Baufeldern vorgesehen. Zuerst soll am Tempelhofer Damm, schräg gegenüber vom U- und S-Bahnhof Tempelhof und mit direktem Autobahnanschluss (A 100), der Neubau einer Zentral- und Landesbibliothek mit rund 52 000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Die Baukosten allein für die "Metropolenbibliothek" werden zurzeit mit rund 270 Millionen Euro beziffert. Die Entwürfe sind noch bis 17. Mai im Flughafengebäude am Columbiadamm, Gebäude A2, Aufgang 1, ausgestellt und täglich von 13 bis 18 Uhr zu besichtigen. Etwa im gleichen Zeitraum, bis 2016, soll die zurzeit mit 4,2 Millionen Euro Baukosten kalkulierte Hatun-Sürücü-Brücke samt der dazugehörigen Verbindung zur Oberlandstraße entstehen und das Tempelhofer Feld beziehungsweise das dort entlang der Stadtautobahn geplante Gewerbegebiet von Süden her erschließen und mit dem bestehenden Gewerbegebiet am Teltowkanal verbinden. Auch ein weiterer S-Bahnhof ist in diesem Bereich geplant.

Etwa von 2019 bis 2022 sollen eine Schule und erste Wohngebäude auf dem Tempelhofer Feld errichtet werden. Wie berichtet, ist von insgesamt über 4000 neuen Wohnungen die Rede.

Das gefällt vielen Berlinern jedoch nicht. Bebauungsgegner haben am 26. Mai erneut eine Demonstration gegen die Senatspläne angemeldet. Und wenn nichts dazwischen kommt, startet im Herbst auch das Volksbegehren gegen Parkgestaltung und Bebauung der Randflächen.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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