Bezirk möchte Flaschensammler unterstützen

Tempelhof-Schöneberg. Menschen, die von einem Abfallbehälter zum nächsten gehen, um nach Pfandflaschen zu suchen, sind allgegenwärtig und gehören quasi schon zum Stadtbild. Der Bezirk möchte das nun weniger entwürdigend gestalten.

Zu diesem Zweck und mit Hinweis auf ein entsprechendes Pilotprojekt im Nachbarbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus Schöneberg auf Antrag der CDU und den Grünen mit Mehrheit beschlossen und das Bezirksamt beauftragt, die Möglichkeit zu prüfen, leere Pfandflaschen künftig nicht im, sondern neben den Abfallbehältern auf öffentlichem Straßenland zu entsorgen.

Im Nachbarbezirk läuft in öffentlichen Parks und Grünanlagen das Pilotprojekt unter dem Titel "Flaschen? Ab in die Kiste!" Wer leere aber geldwerte Flaschen loswerden möchte, findet in unmittelbarer Nähe zu Mülleimern und Papierkörben auf Pfählen montierte Kästen für die Ablage der Flaschen.

"Wenn wir unterwegs Pfandflaschen wegwerfen, dann werfen wir nicht bloß eine Flasche, sondern Geld weg. Geld, das Bedürftige als Aufbesserung für ihren Lebensunterhalt nutzen. Dieses Pfandflaschensammeln ist für viele stigmatisierend und wegen Scherben oder anderen Gegenständen in Abfallbehälter auch gefährlich", heißt es unter anderem in der Antragsbegründung.

"All diese Gefahren und auch der entwürdigende Charakter, können jedoch durch einfache Lösungen beseitigt werden", so das Fazit der Antragsteller. Zudem werde das "umweltpolitische Ziel des Pfandsystems" gefördert und gleichsam das Risiko verringert, "dass Glasflaschen zu Bruch gehen und damit zur Gefahr für Kinder, Radfahrer und Hunde werden". Auch soll so die ständige Überfüllung von Abfallbehältern reduziert werden.

Wert legen die Bezirksverordneten auch darauf, dass die Kästen oder ähnliche Vorrichtungen "primär an Orten aufgestellt werden, an denen erfahrungsgemäß viele Flaschen entsorgt werden". Um diese Orte herauszufinden, wird die Zusammenarbeit mit der BVG als "hilfreich" erachtet.

Insgesamt sollen sich die Behälter in das allgemeine Stadtbild fügen und auch mit Erklärungen für Touristen versehen werden.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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