Gütesiegel für Schreibbüro: Deutschlandweite Premiere am Te-Damm

Stolz präsentiert Ricarda Freese vom sozialen Schreibbüros am Tempelhofer Damm ihr neues Gütesiegel. (Foto: HDK)
Berlin: agens |

Tempelhof. „Ein Zeichen, dass wir ganz doll und effektiv arbeiten“, freut sich Ricarda Freese, Sprecherin der „agens Arbeitsmarktservice gGmbH“ am Tempelhofer Damm 125. Anfang des Monats wurde das soziale Schreibbüro der Einrichtung mit dem Alpha-Siegel ausgezeichnet.

Das neue, von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) zunächst siebenmal verliehene Alpha-Siegel ist ein Gütesiegel, das gut sichtbar an der Eingangstür angebracht wird. Es ist deutschlandweit das erste dieser Art und signalisiert, dass diese Einrichtung auch für Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten gut zugänglich ist. In der Einrichtung erkennen geschulte Mitarbeiter die Hürden für diese Menschen und helfen, sie abzubauen. Und sehen Betroffene nun das Siegel, empfinden sie eventuell weniger Angst und Stress, die Institution zu betreten und das Angebot in Anspruch zu nehmen – so die Idee.

„Mit dem Alpha-Siegel verbinde ich drei Ziele: niedrigschwellige Angebote für die Betroffenen, Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen und mehr Aufmerksamkeit für das Thema Alphabetisierung in der Öffentlichkeit“, so die Senatorin. Insgesamt ist das Alpha-Siegel eine der drei Leitaktionen der Senatsstrategie Alphabetisierung und Grundbildung und wird vom Berliner Grund-Bildungs-Zentrum umgesetzt.

Hintergrund der Aktion: In Berlin können mehr als 300 000 Menschen zwar einzelne Wörter oder auch Sätze lesen und schreiben – nicht jedoch zusammenhängende Texte. Häufig haben Betroffene Hemmungen, eine Einrichtung zu betreten, die Angebote dort wahrzunehmen und anzusprechen, dass sie Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben. Dazu kommen immer mehr Geflüchtete, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Aber auch das klappte bisher offenbar. Immerhin werden in den Reihen des knapp 20-köpfigen Tempelhofer Schreibbüros mehrere Sprachen gesprochen, „vor allem arabisch, das wird immer wichtiger“, betont Ricarda Freese und fügt hinzu, dass die Hauptkundschaft aber immer noch von Hartz IV-Empfängern gestellt wird, die mit den Formularen vom Jobcenter nicht alleine klarkommen. Im Schreibbüro wird auch beim Briefe schreiben, Bewerbungen erstellen und Texte verstehen geholfen. Das Angebot ist für alle Menschen, die Hilfe brauchen und staatliche Leistungen erhalten, kostenlos.

Das Schreibbüro am Tempelhofer Damm 125 ist montags bis freitags jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet, 74 30 57 80. HDK
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.