Reicht die Infrastruktur?: Tempelhof-Schöneberg erwartet fast 4000 weitere Flüchtlinge

Berlin: Platz der Luftbrücke |

Tempelhof-Schöneberg. Die Flüchtlingswelle rollt unvermindert und es ist wohl nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen, dass der ehemalige Flughafen zur Notunterkunft umgewandelt wird. Im Rathaus Schöneberg sorgt man sich derweil um fehlende Infrastruktur.

Diese Sorge scheint angesichts der Lage nicht unberechtigt. „Bei Stadtentwicklungsplanungen und -prozessen werden Infrastrukturaspekte stets geprüft und kritisch analysiert. Das Errichten einer solch großen Notunterkunft, die mit der Zeit sehr wahrscheinlich auf fast 4000 Plätze wachsen wird, ist praktisch die Gründung eines neuen Quartiers. Dementsprechend muss dieser Vorgang auch infrastrukturtechnisch begleitet und entwickelt werden“, so die Begründung eines entsprechenden Antrags, den SPD und Grüne in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht haben.

Der Antrag wurde von der Mehrheit – einschließlich CDU aber gegen die Stimmen der Linken und der Gruppe PoP (Politik ohne Partei/ehemals Piraten) – schon einen Tag vor der regulären Septembertagung per Konsens beschlossen. Es eilt offenbar. Damit ist das Bezirksamt jetzt aufgefordert, sich bei den zuständigen Senatsstellen dafür einzusetzen, dass mit der Einrichtung einer Groß-Notunterkunft in den ehemaligen Hangars auch gleich die dafür notwendige Infrastruktur mitentwickelt wird.

Bestandsaufnahme nötig

Bei den Tausenden Menschen, die erwartet werden, könnte es schließlich eng werden. Zwecks Feststellung der tatsächlichen Gegebenheiten beziehungsweise, um überhaupt erst mal einen Überblick über die vorhandenen Infrastrukturelemente wie Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung und so weiter zu gewinnen, soll zunächst eine Bestandsaufnahme der Infrastruktur in den umliegenden Quartieren, rund um den Platz der Luftbrücke erfolgen.

Dabei soll, einhergehend mit der Notaufnahmeplanung für den Flughafen Tempelhof, herausgearbeitet werden, welche weiteren Versorgungseinrichtungen „vonnöten sind und somit ergänzt werden müssen“, um die Versorgung zu gewährleisten. HDK
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