Sorge um soziales Gefüge: Zwei Kieze in der Abwärtsspirale / Bezirk sieht Handlungsbedarf

Tempelhof-Schöneberg. Die im März von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt veröffentlichte Kurzfassung des Monitorings Soziale Stadt 2015 macht dem Bezirksamt Sorgen. Für zwei Quartiere sieht es gar nicht gut aus.



Sorgenkinder sind die beiden Wohnquartiere Germaniagarten in Tempelhof und die Nahariyastraße in Lichtenrade. Nach der Senatsdarstellung hat der Germaniagarten den Status-Index „sehr niedrig“ und den Dynamik-Index „stabil“. Mit „sehr niedrig“ wird überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Transferbezug (SGB II und XII) und Kinderarmut (Transferbezug SGB II der unter 15-Jährigen) definiert. „Stabil“ heißt, dass es momentan nicht weiter abwärts geht. In der Lichtenrader Nahariyasiedlung ist der Dynamik-Index dagegen negativ. Auch der Status-Index ist neuerdings „sehr niedrig“ (im Monitoring Soziale Stadt 2013 noch mit nur „niedrig“ bewertet). Am Stadtrand droht es also noch weiter abwärts zu gehen.

Insgesamt gehören beide Wohnsiedlungen weiterhin zu den Gebieten mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf, die in der stadtentwicklungspolitischen Planung besonders zu berücksichtigen sind. Das Monitoring Soziale Stadtentwicklung wird als kontinuierliches Stadtbeobachtungssystem der sozialräumlichen Entwicklung erstellt. Es dient als Frühwarnsystem der Ermittlung von gebietsbezogenen Handlungsbedarfen der sozialen Stadtentwicklung.

Das Bezirksamt betrachtet diese Entwicklung mit Sorge, fürchtet um das soziale Gefüge und sieht längst Handlungsbedarf. Schon 2013/2014 hatte der Bezirk die beiden Problemgebiete für eine Förderung aus dem Programm Soziale Stadt – Quartiersmanagement vorgeschlagen. Im letzten Jahr wurde diese Fördermöglichkeit jedoch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt nach einer Untersuchung der Gebiete abgelehnt. Der Grund: „Die Entwicklung dort wäre im Vergleich noch nicht schlecht genug“, so die für Stadtentwicklung im Bezirk zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne). Sie hält ein Quartiersmanagement nach wie vor für „eine adäquate Möglichkeit, um dem Negativtrend in diesen beiden Gebieten nachhaltig entgegenzuwirken und die dort lebende Bevölkerung zu unterstützen“. HDK
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