Radwege statt Parkplätze am Tempelhofer Damm gefordert

Die Demonstration war die erste große öffentliche Aktion des neuen „Netzwerks Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg". (Foto: HDK)

Tempelhof. Ein knappe Stunde lang ging am 16. Mai auf dem Tempelhofer Damm in Richtung Süden zwischen Alt-Tempelhof und Götzstraße nichts mehr. Über 100 Radfahrer demonstrierten unter dem Motto „Radwege statt Parkplätze“.

Wie berichtet haben Aktivisten des Volksentscheids Fahrrad, Mitglieder der ADFC-Stadtteilgruppen sowie weitere Teilnehmer kürzlich die neue Fahrradinitiative „Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ gegründet. Die Demonstration war die erste große öffentliche Aktion des Netzwerks, bei der auf dem bisherigen Parkstreifen ein roter Teppich ausgerollt wurde, um den geforderten Radweg optisch-symbolisch darzustellen.

„Wir sind es leid, dass Radfahrer auf dem Te-Damm ihr Leben riskieren oder kilometerlange Umwege fahren müssen“, schimpft Norbert Michalke vom Netzwerk und fügt hinzu, dass schließlich auch Ältere und Familien mit Kindern die Geschäfte der Einkaufsstraße „sicher mit dem Rad“ erreichen sollten. Das Problem: Seit jeher klafft am Tempelhofer Damm zwischen Alt-Tempelhof und Alt-Mariendorf eine lange Lücke im Radwegenetz. „Sichere, durchgängige und legale Umfahrungsmöglickeiten gibt es nicht“, bemängeln die Netzwerk-Aktivsten.

Ihre vermeintliche Lösung: Die bisher zum zeitlich begrenzten Parken genutzte rechte Spur der Bundesstraße soll in eine geschützte Radspur verwandelt werden. Für die Autofahrer, über 40 000 Fahrzeuge sind hier pro Tag unterwegs, blieben damit weiterhin zwei Fahrspuren je Richtung. Bloß, wo lassen sie ihre Autos, wenn sie am Te-Damm einkaufen oder etwas anderes erledigen wollen?

Für die Radler ist diese Frage kein Argument. Erstmalige Erhebungen hätten gezeigt, so Netzwerksprecher Stefan Meißner, dass für sichere Radwege auf der B 96 lediglich 2,5 Prozent Kfz-Stellplätze im 500-Meter-Umkreis wegfallen würden, was „verkraftbar“ sei. Zudem sei die vorgeschlagene Maßnahme kostengünstig, da fast keine Bauarbeiten anfallen würden. „Auf dem größten Teil der Radspur sind lediglich Markierungsarbeiten und Poller notwendig“, meint Meißner.

Die Netzwerker treffen sich das nächste Mal am 30. Mai ab 19 Uhr in der Ver.di Mediengalerie, Dudenstraße 10. Weitere Mitstreiter sind willkommen. HDK

Nähere Informationen und Kontaktmöglichkeit: www.facebook.com/FahrradfreundlichesTS.
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