Kampagne für fairen Handel in Tempelhof-Schöneberg

Doris Deom mit einer Fairtrade-Puppe. Die Frau hat beim Lichtenrader Maientanz die Kampagne für fairen Handel in Tempelhof-Schöneberg gestartet. (Foto: Thomas Moser)

Tempelhof-Schöneberg. Beim Maifest rund um den Alt-Lichtenrader Dorfteich gab es mit dem Fairtrade-Stand eine Premiere in Tempelhof-Schöneberg. Damit will der Bezirk zu Charlottenburg-Wilmersdorf aufschließen, der sich bereits mit dem Fairtrade-Siegel schmückt.

Die Kampagne "Fairtrade Town" und dieses Siegel stehen für fairen Handel unter menschenwürdigen und umweltgerechten Bedingungen. Als fairer Handel wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte meist ein von Fair-Trade-Organisationen festgelegter Mindestpreis bezahlt wird. Damit soll den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Dazu wird außerdem versucht, langfristige partnerschaftliche Beziehungen zwischen Händlern und Erzeugern aufzubauen. In der Produktion sollen außerdem internationale sowie von den entsprechenden Organisationen vorgeschriebene Umwelt- und Sozialstandards eingehalten beziehungsweise eingeführt werden.

Frontfrau der bezirklichen Pilot-Aktion ist die Lichtenrader Lokalpatriotin und BUND-Aktivistin Doris Deom. Die Fairtrade-Kampagne erklärt Deom so: "Wir suchen Gastronomiebetriebe, Einzelhändler und andere Anbieter und Einrichtungen, die bereit sind, Fairtrade-Produkte in ihr Sortiment aufnehmen." Die Fairhandelsbewegung konzentriert sich hauptsächlich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industriestaaten exportiert werden. Fairer Handel umfasst landwirtschaftliche Erzeugnisse ebenso wie Produkte des traditionellen Handwerks und der Industrie und weitet sich zusehends auf neue Bereiche wie den Tourismus unter der Bezeichnung "faires Reisen" aus. Angeboten werden fair gehandelte Produkte bislang zumeist in Naturkost- und Dritte-Welt-Läden, aber auch schon in vielen Supermärkten sowie in der Gastronomie. Insgesamt kommt Fairtrade als alternative Handelsoption offenbar zunehmend im Alltag von Verbrauchern an. Jedenfalls hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren einer der dynamischsten Märkte in Sachen fairer Handel entwickelt. Nach Angaben des Vereins TransFair sind die Umsätze mit Fairtrade-Produkten allein im vergangenen Jahr im zweistelligen Bereich gewachsen. Laut der Dachorganisation "Fairtrade Labelling Organizations International" profitieren inzwischen insgesamt etwa eineinhalb Millionen Landwirte vom fairen Handel.


Horst-Dieter Keitel / HDK
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