Der temporäre Pavillon "bauhaus re-use" erstmals aufgebaut

Aus alt mach neu: Die Teile für den temporären Pavillon des Bauhaus-Archivs in Tiergarten stammen aus Dessau. (Foto: KEN)

Tiergarten. Mit Möbelbausätzen kennt sich der schwedische Einrichtungskonzern bekanntlich bestens aus. So ist es naheliegend, dass die Ikea-Stiftung das Projekt "bauhaus re-use" gefördert hat. Am 26. Mai wurde der temporäre Veranstaltungspavillon eröffnet.

Das Gebäude auf dem Areal des Bauhaus-Archivs an der Klingelhöferstraße besteht aus rund 100 Metern Fassadenelementen. Die Fenster und Türen aus Stahl wurden 1976 für die Sanierung des Bauhausgebäudes in Dessau eigens hergestellt. 2011 sanierte man das heute zum Weltkulturerbe gehörende Dessauer Bauhaus energetisch. Die alten Elemente wurden dafür ausgebaut. Die Stiftung Bauhaus Dessau hat sie für das experimentelle Wiederverwendungsprojekt in Tiergarten zur Verfügung gestellt.

Das Bauhaus-Archiv und Museum für Gestaltung hat das Projekt gemeinsam mit dem Berliner Büro "zukunftsgeraeusche" entwickelt. Das Büro ist an der Technischen Universität angesiedelt. Die Architekten Robert K. Huber und Peter Winter verstehen "zukunftsgeraeusche" auch als "Projektplattform". "Unter anderem realisieren wir Projekte im Bereich Architektur, Stadtentwicklung und Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie auch Theaterprojekte", so Huber und Winter in einem Interview 2014 mit dem Blog "Pioniere auf der Startbahn". Häufig beschäftigten sich ihre Projekte mit Recycling sowie experimentellem und nachhaltigem Bauen.

Wegen ihrer Geschichte sind die Elemente aus Dessau für das Bauhaus-Archiv und das Architekturbüro ein ganz besonderes Material: Auslöser für eine bauliche und kulturhistorische Auseinandersetzung mit der Moderne und ihrem Erbe. Bereits das Zusammenfügen der Teile zum "bauhaus re-use" stellt eine Besonderheit dar. Es beteiligten sich daran Auszubildende der Knobelsdorff-Schule in Spandau, ein Oberstufenzentrum für Bautechnik, unterstützt von der TU.

Der Pavillon wird in den nächsten Jahren zum Veranstaltungsort und zur museumspädagogischen Werkstatt für Kinder und Jugendliche. Danach wird der Pavillon demontiert und auf dem Gelände der Kunsthochschule Berlin-Weißensee wieder aufgebaut.


Karen Noetzel / KEN
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