"100-Projekt" will Jugendliche über den Ersten Weltkrieg aufklären

Präsentierten in Tiergarten ihr gemeinsames Projekt: Heinz Hoenig und Nadja Raabe. (Foto: KEN)

Tiergarten. "Der Krieg ist nicht zu Ende. Ein Teil der Erde beweist wieder, dass wir nichts gelernt haben", sagt Heinz Hoenig angesichts der aktuellen Konflikte in der Ostukraine oder in Syrien. Deshalb unterstützt der Schauspieler das "100-Projekt".

Seit seinem Auftritt in dem Weltkriegsdrama "Gefährten" am Theater des Westens setzt sich Heinz Hoenig dafür ein, dass Jugendliche aus der Vergangenheit lernen. Gemeinsam mit Nadja Raabe, der Initiatorin und Leiterin des "100-Projekts", stellte der Schauspieler das neueste Vorhaben zu diesem Thema in Tiergarten vor.

Ziel ist es nicht allein, Schüler der neunten und zehnten Klassen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über diese Katastrophe vor 100 Jahren zu informieren. Mit künstlerischen Mitteln wie bildende Kunst, Literatur, Tanz oder Theater, mithilfe moderner Wissensvermittlung wie "Open Science" und moderner Medien sollen die teilnehmenden Jugendlichen aus den historischen Ereignissen von damals für die Zukunft und ihr persönliches Leben lernen. "Lernen mit Spaß, nicht so furchterregend wie in der Schule", fasst es Heinz Hoenig zusammen.

Das Projekt umfasst Workshops und Begegnungen auf den Schlachtfeldern an der Somme. Es geht um nichts weniger, als "die zerstörerischen Kräfte der Vergangenheit in zeitgenössische Antworten des gegenseitigen Verständnisses zu verwandeln", so Nadja Raabe, die mit ihrem Unternehmen "Mothers Finest" bereits Themen wie Tanz, Musik und Kunst zugänglich gemacht und zuletzt Videos produziert hat, in denen insbesondere die Arbeit mit Schülern im Mittelpunkt standen.

"100-Projekt" ist Raabes erstes größeres Vorhaben. Es ist auf mehrere Jahre angelegt. Kooperationspartner sind neben dem Schauspieler Heinz Hoenig unter anderem aus Tiergarten und Moabit S.O.S. Moabit, die Quartiersrätin Regine Wosnitza mit ihrer Recherche-Firma sowie das Jugendzentrum "Pumpe". Dort findet zum Auftakt vom 12. bis 14. März ein Symposium mit drei Historikern statt, an dessen Ende eine Gruppe von Schülern ihre Erkenntnisse und Ergebnisse auf einer Internetseite vorstellen wird. Im Mai ist dann eine Begegnung mit französischen und britischen Altersgenossen in Amiens geplant.

Derzeit steht das Projekt noch am Anfang. Am 12. Februar hat auf www.sciencestarter.de/100-project das Crowdfunding begonnen. Insgesamt 30.000 Euro für die Durchführung sind notwendig, schätzt Raabe.

Karen Noetzel / KEN
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