Bund und Stiftung starten nächste Wettbewerbsrunde für das Museum der Moderne

Berlin: Museum der Moderne |

Tiergarten. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) haben die zweite von drei Runden im Gestaltungswettbewerb für das neue Museum der Moderne eingeläutet.

Nach dem Ideenwettbewerb vor gut zwei Monaten, bei dem die Jury unter 460 eingereichten Entwürfen zehn ausgewählt hat, folgt nun der Teilnahmewettbewerb. Er ist offiziell im Amtsblatt der Europäischen Union ausgeschrieben. Gesucht werden bis 13. Mai 15 Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten. Die Teilnehmer müssen über viel „Exzellenz“ verfügen. Sie müssen unter anderem in der vergangenen Dekade mindestens einen Preis für ein vergleichbares Gebäude gewonnen haben.

An der dritten und letzten Runde, dem Realisierungswettbewerb, dürfen drei Kandidatengruppen teilnehmen: die zehn Preisträger aus dem Ideenwettbewerb, die Gewinner des Teilnahmewettbewerbs und 13 eingeladene Teams. Das geplante neue Museum an der Potsdamer Straße wird die Bestände der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts, Werke aus dem Kupferstichkabinett sowie die Sammlungen Marx, Pietzsch und das Archiv Marzona gemeinsam präsentieren.

Es steht noch nicht fest, wer was baut, da wird schon gegen das Wie protestiert. Ein neues Bündnis namens „Gemeingut in BürgerInnenhand“ (GiB), das von Politikern aus den Reihen der SPD und der Grünen, von Linken und Piraten, aber auch von Experten wie dem Architekten Alfred Luggenhölscher oder von Wilfried Wang von der Akademie der Künste unterstützt wird, wendet sich gegen den Plan, das Moderne-Museum nach dem Finanzierungsmodell der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) zu errichten. Als Beispiel für ein desaströses Projekt dieser Art führen die Kritiker die Hamburger Elbphilharmonie an. Dort haben sich die Kosten verzehnfacht. ÖPP sei „gigantisch teuer“ und eine „intransparente Finanzierungsvariante“.

„Auch die maximal wohlwollenden Berechnungen der von Frau Grütters beauftragten Agentur kommen auf maximal fünf Prozent Einsparungen“, sagt die grüne Bundestagsabgeordnete und Mitinitiatorin des Bündnisses, Lisa Paus. Mehr Infos zum Wettbewerb gibt es unter www.wbw-m20.de, zur Kritik an der Finanzierung des Bauvorhabens unter www.gemeingut.org. KEN
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Gerlinde Schermer aus Tempelhof | 12.05.2016 | 19:11  
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