Gemäldegalerie präsentiert ab September große Botticelli-Schau

Detail aus Botticellis "Venus" im Besitz der Gemäldegalerie. (Foto: KEN)
Berlin: Gemäldegalerie |

Tiergarten. Venus, die Schaumgeborene: Selten hat sie jemand schöner gemalt als Sandro Botticelli. Kunstliebhaber erwartet im September ein Ereignis. Wie die Staatlichen Museen mitteilten, werden Meisterwerke des bedeutenden Renaissancekünstlers in einer großen Ausstellung in der Gemäldegalerie zu sehen sein.

Das Haus am Kulturforum besitzt den größten Bestand an Botticelli-Werken außerhalb Italiens: acht Gemälde und 86 Zeichnungen. Die Kuratoren Stefan Weppelmann und Martin Evans wollen den Künstler, der durch den Kunstsinn und das Mäzenatentum der Medici zu Ruhm gelangte, neu beleuchten. Es wäre nach der Schau im Frankfurter Städel Museum 2009 bis 2010 die zweite große Ausstellung in Deutschland.

Botticellis grazile und anmutige Figurenschöpfungen, die von höfischer Festlichkeit zeugen, verliehen der Epoche der mächtigen Florentiner Bankiersfamilie Glanz. Rasch wurde Sandro Botticelli (1444/45-1510) über die Stadtmauern von Florenz hinaus bekannt. Papst Sixtus IV. lud ihn nach Rom ein, wo er gemeinsam mit anderen Malergrößen die Sixtinische Kapelle ausstatten sollte.

Bei der Präsentation von rund 40 Gemälden des Mannes aus Florenz - darunter wertvolle Leihgaben aus der National Gallery, den Uffizien, aus amerikanischen und französischen Museen - bleibt es beim Projekt "The Botticelli-Renaissance" nicht. Das Victoria & Albert Museum in London leiht Schätze aus, die seine Wirkungsgeschichte zeigen. Beträchtlichen Einfluss nahm Botticelli etwa auf Künstler wie Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones. Sie waren es, die Sandro Botticelli - heute nahezu unvorstellbar - dem Vergessen seit dem Barock entrissen.

Was folgte, war ein auf Renaissance versessenes 19. Jahrhundert und ein Nachhall bis in die Moderne. Evans und Weppelmann zeigen unter anderem Kreationen der italienisch-französischen Modeschöpferin Elsa Schiaparelli (1890-1973), sogenannte "Botticelli-Girls" zeitgenössischer Fotografen und Gemälde von René Magritte.

Als Attraktion der Schau kündigten die Kuratoren eine Arbeit Andy Warhols an. Der Popkünstler hat in den 80er-Jahren an einem Commodore-PC der "Venus" ein drittes Auge verpasst. Die digitale Bearbeitung wurde erst vor drei Jahren in seinem Nachlass entdeckt.


Karen Noetzel / KEN
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