Goldene Projektionen: Vorgeschmack auf die große Alchemie-Ausstellung: Joe Ramirez' Filmgemälde

Ein Standbild aus Joe Ramirez' Filmgemälde "Somnium". (Foto: Joe Ramirez)
Berlin: Kulturforum |

Tiergarten. Im Frühjahr ist das Kulturforum Ort einer groß angelegten Sonderausstellung zu Kunst und Alchemie. Als Vorgeschmack führt der US-amerikanische Künstler Joe Ramirez seine „Gold Projections“ weltweit erstmals auf.

Ein weiterer Anlass für Ramirez' Filmgemälde ist die 67. Berlinale vom 7. bis 19. Februar.

Am 7. Februar wird der 1958 in San Francisco geborene Künstler vor den Augen der Besucher in der Sonderausstellungshalle am Kulturforum damit beginnen, eine rund zweieinhalb Meter große und mehr als 200 Kilogramm schwere, leicht konvexe Holzscheibe zu vergolden, Blatt um Blatt, Schicht um Schicht. Seine Technik hat sich Ramirez patentieren lassen.

Die Goldscheibe dient als Projektionsfläche für Joe Ramirez' jüngstes, zweistündiges Filmgemälde „Somnium“, lateinisch für Traum. Es gründet auf der gleichnamigen Novelle von Johannes Kepler aus dem Jahr 1608. Sie erzählt von einer geträumten Reise zum Mond.

„Somnium“ wird am 14. und 15. Februar täglich zu den regulären Öffnungszeiten sowie am 16. Februar zusätzlich abends zu sehen sein. Am Ende der Aufführung steht am 18. und 19. Februar die Projektion einer weiteren Arbeit: „Limits of the Marvellous“.

Joe Ramirez' Filmgemälde verweben in loser und intuitiver Abfolge stille Szenen und betörende Bilder zu einer Collage von Assoziationen. Ziel ist es, den Betrachter in eine kontemplative Versenkung zu versetzen. Ramirez studierte Malerei und Film in Chicago sowie Bildhauerei in London. Er war als Freskenmaler tätig, die Restaurierung der Sixtinischen Kapelle im Vatikan erlaubte ihm die Betrachtung der Deckengemälde von Michelangelo. Das war die Initialzündung für seine gemalten Filme in Stop-Motion, jener Filmtechnik, bei der die Illusion von Bewegung erzeugt wird, indem einzelne Bilder von unbewegten Motiven aufgenommen und aneinandergereiht werden. Stop-Motion findet hauptsächlich im Trickfilm Anwendung. KEN
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