Kunstbibliothek erhält seltene Tierfotografien von Ottomar Anschütz zurück

Berlin: Kunstbibliothek |

Tiergarten. Seine Tierfotografien galten in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts als einzigartig. Die Kunstbibliothek erhält historische Momentaufnahmen von Ottomar Anschütz zurück.

Anschütz (1846-1907) war es gelungen, den gewissen Augenblick fotografisch zu überlisten. Der Fotografiepionier aus Posen, der seit 1882 in Berlin experimentierte, entwickelte einen neuartigen Schlitzverschluss für seine Kamera. Damit war es Ottomar Anschütz möglich, Tiere in ihrer natürlichen Bewegung oder andere bewegte Dinge zu fotografieren. Seine Momentaufnahmen wurden zur Grundlage für das Medium Film.

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen, Matthäikirchplatz 6, hat kürzlich zehn solcher Fotografien zurückerhalten. Es handelt sich um Aufnahmen von Füchsen aus dem Jahr 1886. Wie ein Pressesprecher der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte, haben die Berliner Museen sie 1887 mit einem größeren Konvolut von insgesamt 478 Fotografien, hauptsächlich Tierfotografien, direkt von Ottomar Anschütz erworben. Sie sollten als Studienvorlagen für das Kunstgewerbe dienen.

Bisher als Kriegsverlust deklariert

Anschütz’ Originalabzüge galten bisher als Kriegsverlust. Doch die Fuchs-Fotos tauchten im Auktionshandel auf. Die preußische Kulturstiftung wandte sich daraufhin an das Auktionshaus. Der Anbieter der Anschütz-Aufnahmen, der Steglitzer Buch- und Fotografieantiquar Jens Mattow, entschloss sich kurzerhand zur Rückgabe. Er habe die Bilder in Unkenntnis ihrer Herkunft erworben. „Die Kartons waren so beschnitten, dass die Bibliotheksstempel nicht mehr vorhanden waren. Die Bilder konnten dennoch eindeutig identifiziert werden“, erläutert der SPK-Pressesprecher.

Bereits 2002 waren sieben Fotografien von Ottomar Anschütz im Kunsthandel aufgetaucht und an die Kunstbibliothek zurückgegeben worden. Rund 400 Blätter des früheren Bestandes gelten aber weiterhin als Verlust. KEN
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