Neue Nationalgalerie wird saniert

Tiergarten. 55 Jahre lang war das Museum in Betrieb. Ende Dezember wird es geschlossen. Die Neue Nationalgalerie wird mehr als drei Jahre lang saniert. Große Teile des Bilderschatzes wandern erst einmal ins Depot.

Zur Einstimmung auf die Umbauarbeiten hat Architekt David Chipperfield den oberirdischen Glaspavillon in eine Säulenhalle aus Baumstämmen verwandelt. Sein Büro hat die denkmalgerechte Sanierung des Mies-van-der-Rohe-Baus am Kulturforum übernommen. Die Installation aus 144 entrindeten, acht Meter langen Fichtenstämmen heißt "Sticks and Stones". Es ist der Anfang eines englischen Kinderreims, verweist darüber hinaus aber auf die kühne Konstruktion des 1965 bis 1968 errichteten Hauses. Sein monumentales Dach ruht auf nur acht schlanken Stahlstützen.

Chipperfields Installation ist die letzte Sonderausstellung vor der Sanierung. Kunstliebhaber müssen auf bedeutende Werke verzichten wie etwa das Ernst Ludwig Kirchners "Max Liebermann in seinem Atelier" und Max Liebermanns Selbstbildnis aus dem Jahre 1915, die die Nationalgalerie erst vor Kurzem als Schenkung erhalten hat und nur für wenige Stunden zeigte.

Vieles wird eingelagert oder findet anderweitig Asyl. Die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Gmünd zeigt seit Mai die Werke, die die Neue Nationalgalerie 2010 bis 2011 unter dem Titel "Moderne Zeiten" präsentiert hat. Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann kündigte an, ab Frühsommer 2015 würden Teile der Sammlung, verteilt auf die Alte Nationalgalerie und den Hamburger Bahnhof zu sehen sein.


Karen Noetzel / KEN
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