Wie ein gutes Wort: Ahmadiyya-Gemeinde pflanzt Baum im Regierungsviertel

Mit vereinten Kräften wird die junge Sumpfeiche in das Pflanzloch gesetzt. (Foto: KEN)

Tiergarten. Die reformorientierte islamische Ahmadiyya-Gemeinde hat im Regierungsviertel im Beisein zahlreicher Ehrengäste einen Baum gepflanzt.

Initiiert hat die Aktion die Gemeindegruppe der „Älteren Herren“. Das ist der Bundesvorstand der Religionsgemeinschaft in Deutschland. Die Aktion an der Otto-von-Bismarck-Allee auf der Nordseite des Paul-Löbe-Hauses fand im Rahmen der Senatskampagne „Stadtbäume für Berlin“ statt. Bereits im vergangenen Jahr habe man auf der Südseite des Funktionsgebäudes des Bundestages einen Baum setzen können, so Rafique A. Khawaja, Leiter für Soziale Dienste der Ahmadiyya-Gemeinde aus Frankfurt am Main. Die Ahmadiyya-Gemeinde hat in der Vergangenheit in mehr als 500 deutschen Städten Bäume gepflanzt.

Der mit vereinten Kräften am 19. April gesetzte junge Baum ist eine Sumpfeiche. Quercus palustris wird auch Spree-Eiche, Boulevard-Eiche oder Nagel-Eiche genannt und gerne als Zierpflanze in Parks und Alleen verwendet. Ein Zeichen für Freundschaft und Frieden sollte die symbolträchtige Aktion sein, sagten die Vorsitzenden der Berliner „Ahmadiyya Muslim Jamaat“, Munir Shahid und Tayyab Shaheen. „Mit der Pflanzung möchten wir ein Zeichen der Liebe, der Freundschaft und des friedlichen Miteinanders setzen,“ ergänzte Rafique A. Khawaja.

An der Pflanzung nahmen neben Würdenträgern der Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD), der Berliner Franziskanermönch Bruder Andreas, Klaus Wichert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie die beiden Bundestagsabgeordneten Azize Tank (Die Linke) und Kai Wegner (CDU) teil. Im Anschluss an die Aktion wurden auf Arabisch zum Anlass passende Koranverse verlesen. „Ein guter Baum ist wie ein gutes Wort“, fasste Rafique A. Khawaja den rezitierten Text auf Deutsch zusammen.

Mit der Baumpflanzaktion zeige die Ahmadiyya-Gemeinde, dass sie in diesem Land Wurzeln geschlagen habe und Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden sei. Sie verweise zudem auf die Vielfalt in Deutschland und in Berlin, die bedauerlicherweise nicht von allen im Land akzeptiert werde, so Christian Hanke in seinen Begrüßungsworten. Hanke hob insbesondere auf die jüngsten Äußerungen von AfD-Politikern über den Islam und Muslime ab. „Vielfalt jedoch bietet Chancen“, sagte der SPD-Politiker weiter.

Die sich als Reformbewegung des Islams verstehende Religionsgemeinschaft wurde 1880 in Britisch-Indien gegründet. Sie wird von den meisten anderen Muslimen als Irrlehre abgelehnt und in Staaten wie Pakistan bekämpft. Die Gemeinde in Deutschland hat mehr als 40 000 Mitglieder. In Berlin sind es gut 300. Ihre Moschee steht in Pankow-Heinersdorf. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. KEN
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