Noch bis 19.1.2018: ITALIEN-DEUTSCHLAND: FÜR EINE GEMEINSAME ERINNERUNGSPOLITIK

Plakat zur Ausstellung "Italien - Deutschland: Zusammen für eine gemeinsame Erinenrungspolitik. 2018. Foto: Anne Schäfer-Junker
Berlin: Italienisches Kulturinstitut |

ITALIEN-DEUTSCHLAND: FÜR EINE GEMEINSAME ERINNERUNGSPOLITIK
Die Geschichte der Italienischen Militärinternierten 1943 – 1945

Im Zweiten Weltkrieg waren das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien Bündnispartner. Am 8. September 1943 trat Italien aus dem Bündnis aus. Die Wehrmacht nahm daraufhin die italienischen Soldaten und Offiziere gefangen. Etwa 650 000 wurden in das Deutsche Reich und in die besetzten Gebiete deportiert und als Zwangsarbeiter ausgebeutet.

Noch bis 19.1.2018 zeigt das Istituto Italiano di Cultura Berlino - IIC,  www.iicberlino.esteri.it  diese Ausstellung. Sie wurde vom römischen Historiker Luciano Zani kuratiert, in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der ehemals in Deutschland Gefangenen, mit der Associazione Nazionale Reduci dalla Prigionia (ANRP)  http://www.anrp.it/  (Italienisch) und der Italienischen Botschaft Berlin, und sie war in dieser Dokumentation noch nie zu sehen (im IIC, Eingang an der Hildebrandstraße 2, 10785 Berlin-Tiergarten).  Recherchemöglichkeiten http://alboimicaduti.it/index.php/  (Italienisch, Deutsch)

In dieser eindrucksvollen Ausstellung sind viele Schicksale der I.M.I. – italienischen Militärinternierten – dokumentiert, auf einzelnen Wandtafel-Sektionen und in Originaldokumenten aus den Archiven des italienischen Außenministeriums Rom. 50 000 I. M. I. sind bis zum Kriegsende 1945 gestorben. Auch das in Blankenfelde (Nord-Berlin) gelegene, damals vorhandene Zwangsarbeiterlager wird durch persönliche Dokumente eines Internierten Italieners dokumentiert.

Das NS-Regime wollte die Arbeitskraft der Italiener ausbeuten. Da im besetzten Italien ein von Deutschland abhängiger faschistischer Marionettenstaat fortbestand, erklärte man die Kriegsgefangenen zu Militärinternierten. So waren sie zwar Militärangehörige eines befreundeten Staates, konnten aber zugleich ohne Rücksicht auf das Völkerrecht als Zwangsarbeiter in der Rüstung eingesetzt werden. Hunger, Krankheiten und Gewalt prägten den Alltag der Gefangenen. Etwa 50 000 starben in den knapp zwei Jahren der Gefangenschaft.

In Französisch Buchholz erinnert die Republik Italien mit einem Gedenkstein auf dem hiesigen Friedhof:
REPUBBLICA ITALIANA.
A PERENNE MEMORIA DEI CADUTI ITALIANI CHE QUI RIPOSANO
Zum steten Gedenken an ihre hier ruhenden Gefallenen



Öffnungszeiten der Ausstellung bis 19.1.2018: noch Donnerstag 18.1.2018, 10.00–16.00 Uhr und Freitag 19.1.2018 10.00–14.00 Uhr.

Anne Schäfer-Junker, Ortschronistin von Französisch Buchholz
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