Bismarck wird noch vor seinem 200. Geburtstag restauriert

Wenn in knapp einem Jahr der 200. Geburtstag von Bismarck begangen wird, soll sein Denkmal am Großen Stern restauriert und dauerhaft konserviert sein. (Foto: Caspar)

Tiergarten. Nach der Restaurierung der Denkmäler des preußischen Kriegsministers Albrecht von Roon und des preußischen Generalfeldmarschalls und Chefs des Großen Generalstabs Hellmuth von Moltke im Schatten der Siegessäule wird jetzt hinter einer Absperrung das 1901 eingeweihte Nationaldenkmal Otto von Bismarcks einer Frischekur unterzogen.

Die Maßnahme ist Teil der Ehrungen, die der "Schmied des deutschen Reichs", wie man Bismarck zu seiner Zeit nannte, im kommenden Jahr zu seinem 200. Geburtstag erfährt. Dazu ist auch die Herausgabe einer Zehn-Euro-Münze geplant, die in der Staatlichen Münze Berlin geprägt wird. Das von dem am Kaiserhof geschätzten Bildhauer Reinhold Begas entworfene Denkmal stand ursprünglich vor dem Reichstagsgebäude, wurde aber 1938 im Zusammenhang mit dem Bau der sogenannten Welthauptstadt Germania an den Großen Stern verlagert. Das gleiche geschah mit den Denkmälern von Roon und Moltke, die den gigantomanischen Bauplänen Hitlers und seines Chefarchitekten Albert Speer im Wege standen.

Eine Untersuchung ergab, dass das Standbild des am 1. April 1815 in Schönhausen (Altmark)geborenen Reichskanzlers und die Assistenzfiguren zu seinen Füßen erhebliche mechanische Schäden, aber auch unschöne Veränderungen auf der Oberflächen als Folge von Verwitterung und Umweltverschmutzung aufweisen. Die Schmutzschichten gefährden das Metall und beeinträchtigen das von schwarzen Schlieren durchzogene Erscheinungsbild dieses Monuments. Der Reinigung der Bronzeoberflächen von dicken Schmutzanhaftungen folgen die Schließung der Risse und Löcher sowie die Konservierung des gesamten, auf einem Granitsockel stehenden Denkmals mit einem wasser- und schmutzabweisenden Wachs. Wo in den vergangenen Jahrzehnten Details aus Bronze abgebrochen wurden, werden sie neu modelliert und nachgegossen und in die alten Stellen eingefügt. Das ganze Denkmal erhält schließlich zum Schutz vor Schmierereien eine farbabweisende Imprägnierung. Alle Maßnahmen sind so konzipiert, dass sie die grüne Patina, die die ursprünglich goldgelbe Bronze bedeckt, nicht entfernen und auch farblich nicht beeinträchtigen.


Helmut Caspar / HC
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