Denkmal für Euthanasie-Opfer vor der Philharmonie

In den Boden gegenüber der Philharmonie wurde 1989 eine Bronzeplatte eingelassen, die an die Opfer der Euthanasie-Morde erinnert. (Foto: Liptau)

Tiergarten. Die Entscheidung ist gefallen. Die Berliner Architektin Ursula Wilms hat gemeinsam mit den Landschaftsgestaltern Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann den Jury-Zuschlag für ein Denkmal für die Opfer der Euthanasie-Morde während der NS-Zeit bekommen.

Im kommenden Jahr wird es vor der Philharmonie errichtet. Der Standort des Denkmals nimmt dabei Bezug auf den Original-Schauplatz der Aktion "T4", bei der 1940 und 1941 systematisch über 70 000 Menschen mit Behinderung und Psychiatrie-Patienten ermordet wurden. Die Aktion wurde zentral von einer heute nicht mehr existierenden Villa in der Tiergartenstraße 4, ungefähr am heutigen Standort der Philharmonie, gesteuert. In den Folgejahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Ermordung kranker Menschen dezentral weitergeführt. Die Gesamtzahl der Todesopfer wird auf 300 000 geschätzt. Der neue Gedenkort, für den der Deutsche Bundestag im vergangenen Jahr eine Summe von 500 000 Euro zur Verfügung gestellt hat, sieht eine blaue, drei Meter hohe Glaswand auf dunkler Fläche vor. Sie wird die Begrenzung des ursprünglichen Villengrundstücks markieren. Auf einem Info-Element werden Fakten zur Aktion dokumentiert. Im September kommenden Jahres soll der Gedenkort fertig sein.

Seit 1989 erinnert bereits eine in den Boden eingelassene Bronzeplatte an die Vernichtungsaktion. Auf einer Stele vor der Philharmonie sowie an den Wänden der dortigen Bushaltestelle gibt es mehr Informationen.


Ralf Liptau / flip
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