Elisabeth-Klinik an der Lützowstraße feiert 175. Geburtstag

Tiergarten. Die Evangelische Elisabeth Klinik in der Lützowstraße 24-26 feiert dieser Tage ihr 175-jähriges Bestehen. Sie war das erste evangelische Krankenhaus in Berlin und ist nach der Charité das zweitälteste der Stadt.

Vor 175 Jahren hatte Pastor Johannes Gossner das Krankenhaus auf dem heutigen Gelände gegründet. Unverheiratete junge Frauen absolvierten dort eine Ausbildung in der Pflege. Von den jungen Diakonissen wurde erwartet, dass "auch das Schwerste und Unangenehmste mit Lust und Freud getan wird - ja, dass die Wärterin von den ekelhaftesten und schwersten Geschäften mit solcher Heiterkeit zurückkehrt, als hätte sie den angenehmsten Vergnügungen beigewohnt".In den frühen Jahren wurden Kühe auf dem Gelände gehalten - für den Eigenbedarf an Milch und zu Therapiezwecken für Frauen mit Lungenkrankheiten. Diese Behandlungen erfolgten zum Teil direkt im Kuhstall, da die "animalische Atmosphäre unserer Kühe", so heißt es in alten Dokumenten, die Leiden der Patientinnen lindern sollte. Im Zweiten Weltkrieg wurde mehr als die Hälfte der Gebäude zerstört. Trotzdem wurde der Krankenhausbetrieb zu keiner Zeit unterbrochen.

Obwohl das Krankenhaus in den zurückliegenden Jahren häufiger von einer Schließung bedroht war, bietet es heute spezialisierte Behandlungszentren und lässt zudem ein neues Pflegewohnheim entstehen, in dem Menschen aus dem Kiez eine neue Heimat finden können.


Michael Nittel / min
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