Investoren stellten Projekte vor

Bis Ende 2015 sollen die Projekte auf dem Kunstcampus abgeschlossen sein. Damit wären dann 15 Prozent des riesigen Baufelds der Europacity entwickelt. (Foto: Liptau)

Tiergarten. Der erst kürzlich eröffnete "Tour Total" in der Europacity gilt als Startsignal für die Entwicklung des neuen Stadtquartiers nördlich des Hauptbahnhofs. Vergangene Woche haben sich die Investoren und Bauherren derjenigen Projekte getroffen, die in den kommenden Monaten anstehen.

Vor allem im Gebiet hinter dem Hamburger Bahnhof soll es schon bald richtig losgehen. "Wir sprechen nicht mehr von Thesen und Überlegungen", sagt der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU), "sondern von ganz konkreten Projekten." Der sogenannte Kunstcampus nördlich des Museums für Gegenwartskunst zwischen dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und der Heidestraße soll bereits in den kommenden Monaten Gestalt annehmen und dafür sorgen, dass der "Tour Total" Nachbarn bekommt. Dieses Areal macht mit rund 40 Hektar ungefähr 15 Prozent der Gesamtfläche der Europacity aus. Diese sei, so Stadtrat Spallek, insgesamt doppelt so groß wie das frühere Neubaugebiet Potsdamer Platz, das gesamte Investitionsvolumen betrage rund eine Milliarde Euro und sei damit "schon eine ordentliche Hausnummer".Auf dem Kunstcampus wird eine Mischung aus weiteren Bürobauten und gehobenem Wohnraum entstehen, die Bauten werden um einen neu anzulegenden, zentralen Platz herum gruppiert. So wird beispielsweise die Gesellschaft "50Hertz", ein Betreiber von Hochspannungsnetzen im Norden und Osten Deutschlands ein weiteres, zwölfgeschossiges Hochhaus errichten. Der architektonische Wettbewerb ist gerade angelaufen. Ende 2015 will das Unternehmen von Treptow nach Mitte ziehen. Rund 60 Millionen Euro werden in die Büros für rund 600 Mitarbeiter investiert. Das Unternehmen Klaus Groth wird rund 120 luxuriöse Wohnungen in einem sechs- bis siebengeschossigen Gebäude errichten. "Wir haben hier investiert, weil wir das Areal für ein Juwel halten", sagt der Investor. In dieser Woche will er den architektonischen Wettbewerb ausschreiben, Mitte 2015 sollten die Bauten stehen.

Das Schweizer Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen "Ernst Basler + Partner" wird seine Deutschlandzentrale mit rund 330 Mitarbeitern von Potsdam an den Berliner Hauptbahnhof verlegen. Die Entwurfsplanung für den Neubau ist gerade angelaufen, Ende des Jahres will das Unternehmen den Bauantrag stellen. Die Entertainmentgruppe Edel AG wird auch vor Ort investieren, geplant ist ein Bürogebäude mit dem Namen "Kunstkubus".

Das Treffen in der vergangenen Woche hatte zum Ziel, gemeinsame Planungsziele zu entwickeln. Die Investoren denken noch über die Nutzung der Erdgeschosszone nach, angedacht sind Gaststätten und vor allem Galerieräume. Auch bei der Gestaltung des zentralen Platzes östlich der Rieckhallen hinter dem Hamburger Bahnhof sollen alle mitreden können. Auch dafür, so Henrik Thomsen von der CA Immo, werde es in den kommenden Wochen einen Gestaltungswettbewerb geben. Insgesamt sei für die Freiflächenplanung wichtig, dass das Areal einerseits an die bestehende Stadt angebunden werde, "andererseits soll hier auch ein Stadtteil mit eigener Kraft und eigenem Charme entstehen".


Ralf Liptau / flip
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden