Pläne für U-Bahn auf lange Sicht ad acta gelegt

Wer vom Nollendorfplatz in Richtung Tiergarten will, ist auch in Zukunft auf seine Füße, Fahrrad oder Auto angewiesen. (Foto: Liptau)

Tiergarten. Wie bereits im vergangenen Jahr die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte, hat die BVV Tempelhof-Schöneberg vor einigen Wochen ihr Bezirksamt damit beauftragt, bei den zuständigen Stellen nachzufragen, wie die Chancen für eine Verlängerung der U 4 bis zum Magdeburger Platz stehen. Eine offizielle Antwort gab es noch nicht, inoffiziell dafür bereits die Absage.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat ihrer BVV mitgeteilt, dass die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf das Ersuchen noch nicht geantwortet hat, dass es aber eine ähnliche Anfrage im Juli im Abgeordnetenhaus gegeben hat, auf die Staatssekretär Christian Gaebler ablehnend reagiert hat. Die Verlängerung der U-Bahnlinie unter Verwendung bestehender Tunnelanlagen aus den 70er-Jahren sei zwar "als sehr langfristige Planungsoption" im Flächennutzungsplan enthalten, momentan gebe es dafür aber "keine Notwendigkeit". Aus Sicht des Senats sei "eine weitergehende Prüfung der Verlängerung der U-Bahnlinie 4 derzeit nicht vordringlich". Nach Erfahrungswerten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) würde die Instandsetzung des rund 300 Meter langen Tunnels unter der Genthiner Straße bis an die Lützowstraße und der Bau einer U-Bahnstation Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursachen. Die BVV Mitte hatte im vergangenen Jahr bereits angeregt, die U 3 über den Nollendorfplatz hinaus bis zum Magdeburger Platz zu verlängern. Und hat ebenfalls eine Absage kassiert. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat die Bezirksverordneten darum gebeten, "den Beschluss damit als erledigt anzusehen".


Ralf Liptau / flip
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