Stadtrat zieht Fazit nach einem Sommer Grillverbot

Herbstliche Idylle im Großen Tiergarten. Das Grillverbot hat der Grünanlage gutgetan. (Foto: Liptau)

Tiergarten. Von einem "fast rauchfreien Tiergarten" sprach der Stadtrat für Ordnungsaufgaben, Carsten Spallek (CDU), bei seiner Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag. Das Müllaufkommen habe sich durch das Grillverbot um drei Viertel verringert.

Ende vergangenen Jahres hatte es einen medialen und öffentlichen Aufschrei in ganz Berlin gegeben, als klar wurde, dass die CDU der SPD in Mitte das Grillverbot abgetrotzt hatte. Vor der Berlinwahl hatte die SPD stets abgelehnt, die Griller aus dem Großen Tiergarten zu vertreiben. Als die CDU das zu einer ihrer Bedingungen machte, ohne deren Erfüllung sie Christian Hanke (SPD) nicht zum Bürgermeister wählen würde, war das Verbot ganz schnell Konsens in der Vereinbarung zur Zählgemeinschaft. Ordnungsstadtrat Spallek fühlt sich nun nach der ersten Saison ohne Rauchschwaden im Tiergarten bestätigt. Statt bisher acht müssten die Mitarbeiter des Grünflächenamts nach jedem Wochenende jetzt "nur" noch zwei Tonnen Müll aus den Wiesen und Büschen aufsammeln.

Besonders freut er sich darüber, dass die neue Regelung relativ geräuschlos umgesetzt werden konnte. "Das Grillverbot wirkt und wird eingehalten." In den vergangenen sechs Monaten seien insgesamt 35 Ordnungswidrigkeiten innerhalb des Grünflächendenkmals verzeichnet worden, 23 davon waren Verstöße gegen das Grünanlagengesetz. Also vor allem Griller, die erwischt wurden. Angesichts mehrerer hundert Griller pro Wochenende in den Vorjahren wirkt diese Zahl verschwindend gering. Der Großteil dieser Delikte, so Spallek, sei außerdem am Beginn der Saison festgestellt worden. Im Verlauf des Sommers habe sich das Verbot also offensichtlich herumgesprochen.

Auch Harald Strelow, der Leiter des bezirklichen Ordnungsamtes, zieht eine positive Bilanz. Die Mitarbeiter seien im Park nur selten angepöbelt worden. "Und wenn, dann meistens von Hundebesitzern und nicht von den Grillern."

Durch die entspannte Situation im Tiergarten könnten sich die Mitarbeiter nun vermehrt anderen Aufgaben zuwenden. Bis zum vergangenen Jahr seien sie vor allem an den Wochenenden "fast ganztägig" in der Grünanlage unterwegs gewesen.

Wie viel der Bezirk am Ende durch das Verbot einsparen konnte, steht noch nicht fest. Bisher waren stets rund 300 000 Euro für die Instandhaltung und Müllbeseitigung im Tiergarten veranschlagt.

"Die abschließende Rechnung ist noch nicht gemacht", sagt Spallek. "Aber der Betrag müsste sich entsprechend der Müllmenge auch um rund drei Viertel reduzieren."


Ralf Liptau / flip
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