Mitarbeiter der Berliner Woche beteiligten sich am Aktionstag „Berlin machen“

Das Ergebnis von zwei Stunden harter Arbeit auf dem Magdeburger Platz findet sich in mehr als zehn Müllsäcken wieder.
 
Anke Schinko beseitigte Unkraut im Blumenbeet.
Berlin: Magdeburger Platz |

Tiergarten. Etwa 10 500 Berliner folgten am 5. und 6. Mai dem Aufruf des Vereins wirBERLIN und beteiligten sich an der Aktion „Berlin machen“. Mit dabei waren auch neun Mitarbeiter des Berliner Wochenblatt Verlages, die sich für einen Arbeitseinsatz auf dem Magdeburger Platz entschieden hatten.

Eine solche Mitmachaktion ist für die Berliner Woche nicht ungewöhnlich. Denn seit 2011 berichtet sie regelmäßig auf der Seite "Berlin engagiert" über selbstlose Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen. "Wir waren vom ersten Aktionstag an Medienpartner des Vereins wirBERLIN", sagt Chefredakteur Helmut Herold. Jahr für Jahr haben die Berliner Woche und das Spandauer Volksblatt ihre Leser aufgerufen, sich an dem Aktionstag, der bislang im Herbst stattfand, zu beteiligen.

"Da wurde es einfach mal Zeit, auch bei dieser Aktion mit anzupacken", so Herold. "Wir wollten nicht länger nur darüber berichten, sondern auch zeigen, dass wir mehr können als Zeitung." Der Verein wirBERLIN habe der Redaktion drei Vorschläge unterbreitet, aus denen sie schließlich den Magdeburger Platz auswählte.

Und so rückte die Berliner-Woche-Mannschaft am 6. Mai um 11 Uhr an: in passender Arbeitskleidung, gut gelaunt und mit Rechen, Greifzangen, Müllsäcken und Handschuhen ausgerüstet. Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG) Magdeburger Platz im Stadtteilforum Tiergarten-Süd hießen sie willkommen. Doch statt Müll aufzusammeln war Gartenarbeit angesagt. „Kein Problem“, meinte Hendrik Stein, Chef vom Dienst Online. Schließlich sind etliche Mitarbeiter selbst Laubenpieper und kennen sich beim Gärtnern bestens aus.

Jörg Borchardt von der AG Magdeburger Platz erklärte, warum jetzt zu Spaten und Harke gegriffen werde. Kurz vor dem Aktionstag habe das Grünflächenamt die Grünanlage drei Tage lang akribisch gereinigt. Dabei wurden die zahlreichen Brennnesseln zwar abgemäht, doch die Wurzeln blieben in der Erde. Und auch das Unkraut in den Blumenbeeten blieb unangetastet.

Das war nun der aktuelle Auftrag für die Helfer von der Berliner Woche: Beseitigt das Unkraut in den Blumenbeeten und grabt jene Flächen um, auf denen die Brennnesseln wuchsen. Erst wenn auch deren Wurzeln ausgegraben sind, besteht die Chance, dass sie nicht so schnell nachwachsen.

Denn der Magdeburger Platz soll für die Anwohner wieder attraktiv werden. Seit 2016 ist die Grünanlage eingezäunt und nur tagsüber zugänglich. Das Müllaufkommen sei zurückgegangen, so Borchardt. Die Drogenszene habe sich nach dem Zaunbau nicht wieder etablieren können.

„Doch der Zaun ist auf Dauer keine Lösung“, meint Jörg Borchardt. Allenfalls mildere er die allgegenwärtige Prostitution, die sich jetzt mit all ihren Begleiterscheinungen in der Hauptsache in der Stichstraße Am Magdeburger Platz vollzieht. Hinzu komme, so Borchardt, dass die Grünanlage nach wie vor nur unzureichend gepflegt sei und viele dunkle Ecken habe.

Das Stadtteilforum Tiergarten-Süd hat deshalb in Kooperation mit angehenden Landschaftsarchitekten der Technischen Universität Berlin Entwürfe für eine durchgreifende Neugestaltung erarbeitet: Als grüner Quartiersplatz bezieht der Magdeburger Platz die umliegenden Straßen ein. Er kommt ohne Zaun aus. Er ist nachts beleuchtet. Er hat ein Café oder Kiosk und ein WC. Er kann von den Anwohnern ganz unterschiedlich genutzt werden.

Demnächst wollen sich Mitglieder des Stadtteilforums und des Ausschusses für Umwelt, Natur, Verkehr und Grünflächen der BVV zum Gespräch auf dem Platz treffen. Die zuständigen Stadträte, neben Sabine Weißler ist das Ephraim Gothe (SPD), sind über die Pläne informiert. „Wir warten auf ihre Reaktion“, sagt Borchardt. Er würde sich freuen, wenn in dieser Wahlperiode wenigstens die Planung für eine Neugestaltung stehe.

Inzwischen will die Arbeitsgruppe weiter ehrenamtlich Hand anlegen und den Platz beleben. Unterstützung gibt es hierzu von der „Kinderkunstmagistrale“. Der Verein, der Kunstaktionen zum Mitmachen für Kinder und Jugendliche organisiert, wird laut Gabriele Hulitschke vom Vereinsvorstand bis 19. Oktober jede Woche mit einer Aktion vor Ort sein. Und für den 26. Juni ist ein Sommerfest auf dem Platz geplant.

Zwei Stunden haben die Mitarbeiter der Berliner Woche geschuftet. Drei Flächen befreiten sie von Unkraut und Wurzelwerk. Der Boden ist umgegraben und fertig fürs Säen von wilder Gerste und Gartenblumen. Fazit der Teilnehmer: nächstes Jahr gern wieder. KEN

Mehr Fotos vom Arbeitseinsatz gibt es auf www.berliner-woche.de/124501.
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