Von der Hafenkneipe in den Zoo: Gorilla-Dame Fatou feiert 58. Geburtstag

Kuchen schmeckt auch, wenn man keine Zähne mehr hat: Fatou mit ihrer Geburtstagstorte. (Foto: Zoo Berlin/Ruben Gralki)
Berlin: Zoologischer Garten Berlin |

Tiergarten. Meistens sitzt Fatou mit dem Rücken an einen Baumstamm gelehnt und beobachtet gelassen das Treiben um sie herum. Die Gorilladame ist lieber die stille Beobachterin als noch mittendrin mitzumischen. Doch am 13. April stand sie im Mittelpunkt: Sie wurde 58 Jahre.

Fatou ist der zweitälteste Westliche Flachlandgorilla der Welt. Der älteste Gorilla ist die 58 Jahre alte Colo, die im Columbus Zoo in Ohio, USA lebt. Sie ist nur knapp vier Monate älter als Fatou, die am 13. April ihren 58. Geburtstag im Zoo Berlin feierte.

1957 in Westafrika geboren, kam Fatou als Jungtier im Reisegepäck eines französischen Matrosen in der Hafenstadt Marseille an. Als dieser seine Zeche nicht zahlen konnte, übergab er Fatou der Besitzerin einer Hafenkneipe, über die sie als kleiner Gorilla im Mai 1959 in den Zoo Berlin gelangte. Seit nun schon 56 Jahren lebt Fatou im Revier der Menschenaffen des Zoo Berlin. 1974 brachte sie den ersten in Berlin gezüchteten Gorilla mit dem Namen Dufte zur Welt, die am 13. Dezember 2001 verstarb. Noch heute lebt Fatous Enkeltochter, die 29-jährige M’penzi auf der Gorilla-Anlage neben ihrer Großmutter. Als alte Dame ist Fatou der Rummel in der Gorillagruppe um M’penzi (28), Ivo (27), Bibi (18) und Djambala (13) mittlerweile zu viel, so dass sie seit 2010 ihr eigenes Gehege hat und die intensive Betreuung ihrer Pfleger genießt. Besonders hartes Gemüse wie Karotten und Sellerie, Kohlrübe und Rote Bete werden für die zahnlose, alte Dame vorgekocht.

"Es freut uns, dass Fatou trotz ihres hohen Alters in einem so guten gesundheitlichen Zustand ist. Auch mit einem Jungtier trägt die Gorilla-Dame zur Arterhaltung dieser stark vom Aussterben bedrohten Tierart bei", so Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.

In der freien Wildbahn haben Wilderei, Krankheiten wie Ebola und die fortschreitende Zerstörung des Lebensraumes der Gorillas allein in den letzten 20 bis 25 Jahren zu einem dramatischen Rückgang dieser Spezies um etwa 60 Prozent geführt. Gorillas sind somit zu einer Leitart für die vom Aussterben bedrohten Tiere geworden.


Manuela Frey / my
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