Tiergarten, Hansaviertel und Moabit sind noch am sichersten

Tiergarten. Das Fahrrad ist ein beliebtes Verkehrsmittel in Berlin. Die Kehrseite: Seit 2010 ist die Zahl der Fahrraddiebstähle stadtweit um rekordverdächtige 32 Prozent gestiegen. Im Hansaviertel, in Tiergarten und Moabit kann man aber noch verhältnismäßig ruhig sein Zweirad anschließen.

Im vergangenen Jahr hat die Berliner Polizei 26.513 Fälle von Fahrraddiebstahl erfasst. Das hat Innensenator Frank Henkel (CDU) auf eine kleine Anfrage der bündnisgrünen Abgeordneten Stefan Gelbhaar und Benedikt Lux mitgeteilt. Am stärksten betroffen war nach den Bezirken Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg der Altbezirk Mitte. Am häufigsten wurden in Prenzlauer Berg und Kreuzberg Fahrräder entwendet. Im Hansaviertel sind die wenigsten Fahrräder gestohlen worden, nämlich nur 100. Moabit verzeichnet 562, Tiergarten 145 Delikte. Senator Henkel nannte für Mitte insgesamt 3287 entwendete Zweiräder.

Die Aufklärungsquote in Berlin ist dürftig. Sie liegt gerade einmal bei 4,3 Prozent. Bundesweit sind es zehn Prozent. 2000 der gestohlenen Räder in der Stadt waren gar nicht angeschlossen. Jedes zehnte Fahrrad wird an einem U- oder S-Bahnhof gestohlen. Besonders heimgesucht sind Bahnhöfe des östlichen S-Bahnringes und S-Bahnhöfe in Stadtrandnähe. Auch die Umgebung der Einkaufszentren wird von den Dieben häufig heimgesucht.

Wie kann man sich aber vor Fahrradklau besser schützen? Die Polizei codiert kostenlos Fahrräder. Im vergangenen Jahr wurden 79 Aktionen durchgeführt. Entsprechend markierte und registrierte Räder ließen sich viel schwieriger weiterverkaufen. Die nächsten Termine für eine Fahrradcodierung finden sich im Internet unter www.berlin.de/polizei/service/fahrradcodierungen/. Darüber hinaus informiert die Polizei regelmäßig über sichere Schlösser und verteilt Faltblätter zum Fahrraddiebstahl. Es ist geplant, diese Informationen auch über Fahrradgeschäfte zu verteilen. Der Grüne Benedikt Lux fordert weitere Anstrengungen, um Fahrraddiebstähle einzudämmen. Der Abgeordnete schlägt bewachte Abstellanlagen an S-Bahnhöfen oder den Bau von Radparkhäusern vor.


Karen Noetzel / KEN
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