Neue Marktstudie: Bei Luxusimmobilien liegt der Ortsteil mit an der Spitze

Tiergarten. Ein aktueller Marktbericht zeichnet ein unbekanntes Gesicht von Tiergarten.

Der Ortsteil ist von hoher Arbeitslosigkeit, einer großen Anzahl von Hartz-IV-Empfängern, von Kinder- und Altersarmut gekennzeichnet. Das zeigt das Bezirksregionenprofil des Bezirksamtes. Hier dürften auch das soeben vom Oberverwaltungsgericht gekippte Zweckentfremdungsverbotsgesetz und die von Berlins Senatorin Katrin Lompscher (Die Linke) mit den städtischen Wohnungsunternehmen getroffene Vereinbarung zur Mietenbegrenzung einigen Gesprächsstoff geben.

Es gibt aber noch ein anderes Tiergarten. Dort spielen „bezahlbarer Wohnraum“ und Wohnungsnot keine Rolle. Der „Marktbericht 2016-2017 Berlin Exklusives Wohnen“ des Luxusimmobilienmaklers John Taylor überrascht: Tiergarten ist im Höchstpreissegment ab 5500 Euro je Quadratmeter „Aufsteiger“, dominiert sogar die „Top-6-Premiumwohnlagen“. Für die John-Taylor-Studie hat das gemeinnützige Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) an der Ruhr-Universität Bochum die Angebote von ImmobilienScout24 ausgewertet. Es wurden sechs Wohnlagen als Premiumlagen für Luxuseigentumswohnungen festgestellt.

Wenig verwundert, dass Charlottenburg, Wilmersdorf, Grunewald, Mitte und Prenzlauer Berg dazugehören. Neu hinzugekommen ist Tiergarten. Es setzt sich mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 7672 Euro gleich an die Spitze. Im Vergleich zum vorhergehenden Taylor-Bericht hat sich das Angebot in Tiergarten verdoppelt. Die Nachfrage ist ungebrochen. Zu den teuersten drei Angeboten auf dem Berliner Markt gehört ein 1000-Quadratmeter-Penthaus für 27 Millionen Euro im Quartier „Diplomatenpark“.

Die Kaufpreise stiegen schneller als die Mietpreise, so Oliver Blum von John Taylor Berlin. Die jährliche Steigerungsrate bei den Kaufpreisen liege bei 4,78 Prozent gegenüber 3,95 Prozent bei den Mieten. „Der Preisanstieg in den Großstädten ist aufgrund der Wohnraumknappheit gar nicht ungewöhnlich, sondern eher nachvollziehbar“, erläutert Blum. KEN
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