Träger will durch Einsparungen Schließung des Franziskus-Krankenhauses abwenden

Berlin: Franziskus Krankenhaus |

Tiergarten. Nach Recherchen des rbb hat das Franziskus-Krankenhaus langjährige Mitarbeiter entlassen und dafür „Billiglöhner“ eingestellt. Die Klinik an der Budapester Straße schreibt seit mehreren Jahren rote Zahlen.

Ende 2015 hatte ein bundesweit tätiger katholischer Unternehmensverbund des Gesundheits- und Sozialwesens, der Elisabeth Vinzenz Verbund (EVV), das Franziskus-Krankenhaus übernommen. Wenig später kündigten die neuen Chefs insgesamt 34 Physiotherapeuten, Küchenmitarbeitern und Diätberatern der Klinik, so der rbb, viele von ihnen langjährige Mitarbeiter.

„Der Elisabeth Vinzenz Verbund hat das Franziskus-Krankenhaus in einer extrem schwierigen wirtschaftlichen Lage übernommen, um eine drohende Schließung der Einrichtung zu verhindern“, erläutert EVV-Sprecherin Diana Thomas. Damals hätten die Verluste aus drei Jahren 15 Millionen Euro betragen. Auch 2016 sei ein Verlustjahr gewesen. Darlehen seien aufgenommen worden, um den laufenden Betrieb zu sichern, so Thomas.

In der rbb-Abendschau am 28. März sagte Andreas Jaster von der Arbeitsrechtlichen Kommission der Katholischen Kirche, das Krankenhaus habe ein großes Problem auf der Einnahmen-, nicht auf der Ausgabenseite. Das Haus sei zum Teil nur zu 60 Prozent belegt. Jaster kritisierte zudem die Sozialplanverhandlungen für die entlassenen Mitarbeiter. Sie hätten erst nach der Kündigung stattgefunden. Die Angebote seien teilweise „unterirdisch“ gewesen.

Dazu meinte EVV-Sprecherin Diana Thomas, der Verbund habe knapp 1,2 Millionen Euro für Abfindungen und Freistellungen aufgewendet. Der EVV suche nach einer „langfristig stabilen Lösung“ für das Franziskus-Krankenhaus. Es gehe um die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze, „die unmittelbar mit dem Dienst am Patienten zu tun haben“. Die Rahmenbedingungen in Deutschland zwängen zu einer Vergabe „patientenferner Dienstleistungen“ an „darauf spezialisierte Unternehmen“. Deshalb beliefert nun eine Tochterfirma der Pro Care Service GmbH die Krankenhausküche. Auch die Physiotherapie wurde kostensparend ausgelagert. KEN
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