Zwei Quereinsteiger in Bolles Bootshaus

Wirt Jan Schreier und Koch Oliver Kaznik hinter dem neu gestalteten Tresen. (Foto: Ulrike Martin)
 
Hat das Ruder fest in der Hand: Neu-Wirt Jan Schreier. (Foto: Ulrike Martin)
Berlin: Bootshaus Bolle |

Wannsee. Oben wacht der Flensburger Löwe, unten plätschern die Wellen, Bootsmasten klappern leise. Am Großen Wannsee 60 präsentiert sich eine Postkartenszenerie. Nur ruhig ist es nicht. Es klopft und hämmert, denn die Neueröffnung eines traditionsreichen Ausflugslokals steht an.

„Wirtshaus Bolle“ war bis vor Kurzem noch über dem Eingang zur Gaststätte zu lesen – auf rotem Grund mit weißer Schrift, typisch 70er-Jahre. Jetzt hängt ein weißes Schild mit dem türkisfarbenem Schriftzug „Bolles Bootshaus“ über der Tür, geziert von einem Schiffssteuerrad, mit Messer und Gabel in der Mitte.

„Tja, der Name soll an die Tradition erinnern, aber auch etwas Neues signalisieren“, erklärt Jan Schreier. Gemeinsam mit seinem Kompagnon Adrian Peter hat er die Gaststätte im Herbst 2015 übernommen. Die beiden arbeiten als Schilder- und Leuchtreklamehersteller und sind Quereinsteiger in der Gastro-Branche.

Warum eigentlich? „Das ist ein Traum von uns, eine Bar oder ein kleines Restaurant zu betreiben.“ Dass es eine Gaststätte am Wannsee wurde, ist ein glücklicher Zufall. „Ich habe einen kleinen Weihnachtsmarkt in Steglitz organisiert und suchte danach eine Lagerstätte für die Verkaufshütten. Ich kannte den Betreiber der Segelschule hier nebenan, und er hatte Platz“, erzählt Schreier. Das Wirtshaus am Wasser hat es ihm sofort angetan. Kurze Zeit später kam die Nachricht, dass der vorherige Pächter aus Altersgründen aufhört. „Innerhalb von zwei Wochen war alles klar und wir konnten loslegen.“

In der Verwandtschaft der beiden Neu-Wirte gibt es Restaurantbesitzer und einen Steuerberater. Sie halfen beim Wirtschaftsplan. Außerdem läuft nebenher noch der Werbeschilder-Betrieb.

Aus Ersparnissen finanzieren sie den im September begonnenen Umbau und die Renovierung. Helle Wände ersetzen alte Holzvertäfelungen, der Gastraum ist entkernt und hell, Farbakzente in Türkisblau stellen den Bezug zum Wasser her. Ein alter Kamin wurde instandgesetzt, ein Apothekerschrank zum Behältnis für Besteck und Servietten und eine mehrmals lackierte Mahagoniplatte abgebeizt und als Tresen angebracht. „Wir wollen die schönen Sachen von früher integrieren“, sagt JanSchreier, „deshalb hängen wir auch Ruder und einen alten Kompass auf.“ Und eine kleine Ausstellung mit alten Fotos der Gaststätte, zum Teil noch aus den 50er-Jahren, planen sie auch.

Das Konzept im neuen Bootshaus: „Bei uns muss alles frisch sein, das ist wichtig“, sagt Jan. Die Speisekarte bietet Salate, Fisch, Fleisch, Kindergerichte, Kuchen. Der dritte im Bund, Koch Oliver Kaznik, hat kanarische Wurzeln und will Tapas anbieten.

40 Gäste können im Innern bewirtet werden, draußen gibt es 120 Plätze. Im Sommer planen sie Grillabende und Cocktail-Partys. Blumenkübel mit blauen LED-Lichtern sind geplant, auch der Steg ins Wasser soll beleuchtet werden. Jan Schreier sieht die Szenerie schon vor sich: „Ein warmer Abend mit Blick aufs Strandbad Wannsee, das wird toll.“

Der Betrieb in Bolles Bootshaus läuft zwar schon. Zum Frühlingsanfang gibt es jetzt aber eine kleine Eröffnungsfeier: Neugierige sind am Freitag, 11. März, ab 13 Uhr zu Grillwürstchen und Prosecco eingeladen. uma
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