Sanierung steht still: Bezirk und Senat im Streit

Seit 1909 beliebtes Ziel von Sommerbadegästen: Das Strandbad Wannsee braucht mehr als frische Farbe. (Foto: M. Schmidt)

Wannsee. Die Sanierung des Wannseebades steht still. Bislang konnten nicht einmal die Schäden beziffert werden, die seit 2007 durch unsachgemäße Bauausführungen entstanden.

Das geht aus einer Antwort hervor, mit der Stadtrat Norbert Schmidt (CDU) eine schriftliche Anfrage beantwortete. Angestoßen hatte diese die CDU-Bezirksverordnete Sabine Lehmann-Brauns. Das denkmalgeschützte Strandbad war von 2005 bis 2007 für 12,5 Millionen Euro aus Mitteln der Stiftung Denkmalschutz saniert worden. Doch die damaligen Bauarbeiten sind nach Angaben von Schmidt von den Berliner Bäderbetrieben (BBB) bis heute nicht abgenommen worden.Auf der Sitzung des Landesdenkmalrats (LDR) vor einem Jahr forderten die Teilnehmer laut Schmidt mit dem Bezirk, den BBB sowie dem Landesdenkmalamt einvernehmlich, die Bezifferung des Schadensbildes zu begutachten. Das sei bis heute nicht erfolgt, so Schmidt. Bereits instandgesetzte Bauteile des Strandbades seien inzwischen wieder baufällig. Nachgebessert worden sei nicht. Obwohl der Bezirk laut Schmidt 1997 die Zuständigkeit für die Bäder abgegeben hat, "sind wir über den Denkmalschutz an der Verantwortung beteiligt".

Nach Ansicht von BBB-Sprecher Matthias Oloew gibt es durchaus Chancen für eine umfassende Sanierung aller Bauten des 1930 in der jetzigen Gestalt entstandenen Wannseebades. Dafür müssten sich alle Beteiligten - Bezirk, Denkmalschutz, Naturschutz und auch die Bäderbetriebe - bewegen, sagt der 44-Jährige. Naturgesetzliche und forstwirtschaftliche Vorschriften halten nach Oloews Auffassung mögliche Investoren davon ab, etwa in das ehemalige Restaurant Lido zu investieren, das mittlerweile eine Ruine ist. Wer dort ein rentables Lokal betreiben wolle, brauche auch Parkplätze und Schankbetrieb über die Saison hinaus. Oloew bezifferte den Investitionsbedarf auf mehr als zwei Millionen Euro.

Die Renovierung der Garderoben und des Wandelgangs vor sechs Jahren sei dagegen in der Verantwortung der Stiftung Denkmalschutz erfolgt. Nach Oloews Ansicht sind die Baumängel von 2007 "nicht so gravierend wie behauptet. Durch Farbe, die abblättert, stürzt kein Gebäude ein."


Martinus Schmidt / mst
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