Bombensuche am Arbeitsamt

Bomben unterm Metzger-Platz? Vor der Sanierung suchen Sprengstoffexperten unter anderem neben der Trümmersäule nach Kriegsmunition. (Foto: Dirk Jericho)
 
Die Entwurfsplanung der Landschaftsarchitekten vom Büro bgmr. (Foto: Bezirksamt Mitte)
Berlin: Max-Josef-Metzger-Platz |

Wedding. Ab Frühjahr soll endlich der dreieckige Park zwischen Müller- und Gerichtsstraße neu gestaltet werden. Derzeit suchen Feuerwerker nach Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Der Max-Josef-Metzger-Platz, wie die Grünfläche direkt neben dem Arbeitsamt heißt, ist eingezäunt. Sprengstoffspezialisten buddeln großflächig die Wiese auf und suchen nach Kampfmitteln, die dort vermutet werden. Auswertungen von Luftbildern haben ergeben, dass es in dem Park zwei lange Schützengraben gab, die nach dem Krieg zugeschüttet wurden. Die Aufnahmen, gemacht nach Ende des Zweiten Weltkrieges, waren erst vor einigen Jahren von den Amerikanern freigegeben worden.

In den Schützengräben könnte gefährliche Munition wie Handgranaten liegen. In den Kriegstagen wurden Kampfmittel oft darin entsorgt und Leichen vergraben. An der Müllerstraße gibt es zudem einen zugeschütteten Feuerlöschteich. Auch er gilt als sogenannte Verdachtsfläche für Kampfmittel. Das Munitionsbergungsteam wird auch diesen Bereich, der zur großen Liegewiese gestaltet wird, großflächig aufgraben und mit Metalldetektoren absuchen.

Auch beim Neubau des Zeppelinplatzes haben die Feuerwerker neben dem Bolzplatz vor dem Haus Beuth der gleichnamigen Hochschule jede Menge Munition gefunden, die in alten Bombentrichtern und Schützengräben lag.

Zumindest explodieren wegen der aufwändigen Grabungen schon mal die Kosten. Wie Karsten Scheffer, der die Platzsanierung im Rahmen des Aktive-Zentren-Programms koordiniert, sagt, muss auf jeden Fall kontaminierter Boden ausgetauscht werden. Die Entsorgung öliger Pappen und Kriegsschutt verteuere das Projekt um mindestens eine halbe Million Euro. Insgesamt soll der Parkumbau mit Kampfmittel- und Bodenentsorgung jetzt 2,5 Millionen Euro kosten. Noch vor einem Jahr hatte Scheffer Gesamtkosten von einer Million Euro genannt. Der neue Max-Josef-Metzger-Platz soll im Sommer 2018 fertig werden.

Die Pläne der Landschaftsarchitekten vom beauftragten Büro bgmr wurden gemeinsam mit den Anwohnern erarbeitet. Es gab eine Online-Umfrage, Begehungen und Planungsworkshops.

Die gesamte Grünanlage und die Wege werden komplett überarbeitet. Um den zugewachsenen Park sicherer und transparenter zu machen, kommen etliche Sträucher weg. Die Grünanlage wird zu einem Sportpark umgebaut. Rund um die große Wiese entsteht eine markierte 400-Meter-Kiezlaufstrecke mit Meter-Markierungen, die auch Fahrradfahrer und Inline-Skater nutzen können. Die Laufstrecke sollen auch die Kinder der Leo-Lionni-Schule für ihren Sportunterricht nutzen. Entlang der Piste gibt es einen Fitness-Parcours mit verschiedenen Trimmdich-Geräten, an denen Junge und Alte trainieren können. Trampolin, Tischtennisplatten und eine Boulefläche sind geplant.

Zur Erfrischung soll in dem Sportpark eine Trinkwasserstele gebaut werden.

Die Trümmersäule und der Max-Josef-Metzger-Gedenkstein bleiben und werden besser in Szene gesetzt. Der vorhandene Spielplatz wird aufgewertet. Die Platzspitze an der Ecke Müller- und Gerichtsstraße wird zum „Leo-Lionni-Treff“ mit einer Sitz- und Kletterlandschaft als Treffpunkt für Anwohner und Tobeplatz für die Kids. Der beleuchtete Weg von der Müllerstraße Richtung ehemaliges Krematorium entlang der Agentur für Arbeit bekommt zusätzliche Lampen. DJ

Alle Details und Pläne zum Bauvorhaben gibt es auf der Website des Sanierungsgebietes Müllerstraße unter http://www.muellerstrasse-aktiv.de
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